Quan hongchan: chinas schwimm-star bricht unter online-hass zusammen

Schock und Entsetzen in der Sportwelt: Die dreifache olympische Medaillengewinnerin Quan Hongchan hat öffentlich über ihre psychische Belastung durch massive Online-Hasskampagnen gesprochen, die sich insbesondere um ihr Gewicht drehen. Der chinesische Schwimmverband hat Ermittlungen eingeleitet und die Polizei eingeschaltet – ein deutliches Zeichen der Besorgnis über den zunehmenden Cyber-Mobbing von Sportlern.

Die junge turmspringerin am rande des abgrunds

Die junge turmspringerin am rande des abgrunds

Quan Hongchans Geständnis, dass sie aufgrund der ständigen Beleidigungen und der Forderungen nach einer Gewichtsabnahme über einen Rücktritt nachgedacht hat, ist alarmierend. „Jeden Tag wurde ich ‚dick‘ genannt, obwohl ich bereits hungerte“, erklärte die 19-Jährige in einem Interview. Die Wortwahl ist brutal, die Folgen für ihre Leistungsfähigkeit und ihre mentale Gesundheit gravierend. Es ist erschütternd zu hören, dass sie sogar Albträume von Stürzen auf die Sprungturm hatte – ein Zeichen dafür, wie tiefgreifend die psychische Belastung ist.

Was niemand offen anspricht: Der Druck, dem junge chinesische Sportlerinnen und Sportler ausgesetzt sind, ist immens. Ihre Leistung wird nicht nur sportlich, sondern auch körperlich bewertet, und das mit einer Härte, die kaum auszuhalten ist. Die sozialen Medien verstärken diesen Effekt, indem sie eine Plattform für unkontrollierte und oft verletzende Kommentare bieten.

Die chinesischen Behörden haben in den letzten Jahren zwar Maßnahmen gegen Cyber-Mobbing ergriffen, doch die Attacken gegen Quan Hongchan zeigen, dass diese noch nicht ausreichend sind. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und der Schwimmverband kündigt rechtliche Schritte gegen die Täter an. „Wir werden mit Null Toleranz vorgehen“, so eine Sprecherin des Verbandes.

Doch es geht um mehr als nur um die Bestrafung von Einzelpersonen. Es geht um eine grundlegende Veränderung der Sportkultur in China. Die sogenannte „Fan-Kultur“ muss endlich einen Rahmen bekommen, damit sie nicht zu einer Quelle des Hasses und der Belästigung wird. Die Beispiele aus anderen Sportarten, wie dem Tennis, wo Spielerinnen wie Marina Bassols öffentlich über Morddrohungen berichteten, zeigen, dass das Problem weit verbreitet ist. Auch hier ist ein Umdenken dringend erforderlich.

Die Reaktion der Öffentlichkeit war überwiegend positiv. Zahlreiche Nutzer in den sozialen Medien äußerten ihre Unterstützung für Quan Hongchan und forderten, sie in Ruhe gelassen zu werden. Es ist ein Hoffnungsschimmer, dass sich zumindest ein Teil der Gesellschaft gegen den Hass auflehnt und die junge Sportlerin ermutigt, ihren Traum weiterzuverfolgen. Der Fall Quan Hongchan sollte ein Weckruf sein: Sportlerinnen und Sportler verdienen Respekt und Würde, unabhängig von ihrem Gewicht oder ihrer Leistung. Nur so können sie ihr volles Potenzial entfalten und die Faszination des Sports leben.