Pytlick will raus aus flensburg – berlin zahlt nicht jeden preis
Simon Pytlick hat die Faxen dicke. Der dänische Magier ballert in einem TV-Interview sein Herz gegen die Wand, verlangt die sofortige Trennung von der SG Flensburg-Handewitt – und die HBL hält den Atem an. Noch nie wurde ein Handballer für 1,5 Millionen Euro umgarnt. Die Ablöse würde das bisherige Bundesliga-Transfer-Maximum verdreifachen und die Liga in ein neues Preisregime katapultieren.
Vertrag bis 2030, druck bis 2026
Der 25-Jährige unterschrieb 2023 bis 2030, zog aber eine Ausstiegsklausel für 2027. Genau das war der Deal, der Flensburg Planungssicherheit geben und Pytlick frühestens nach Olympia in L.A. freigeben sollte. Doch Pytlick will schon 2026 nach Berlin, die Füchse wollen ihn jetzt – und die Flensburger Bosse Ljubomir Vranjes und Holger Glandorf blocken mit irrwitzigen Summen. Die Rechnung: Wer 1,5 Millionen hinblättert, darf den Superstar ein Jahr vorzeitig ausleihen. Die Füchse lachend: „Wir bezahlen nicht jeden Preis“, sagt Sportdirektor Nicolej Krickau beim Training in Reinickendorf. „Wir bekommen ihn spätestens 2027. Alles andere ist Idiotie.“
Die Worte klingen hart, sind aber Teil eines Poker-Spiels, das schon jetzt die Geschäftsführungen beider Klubs beschäftigt. Pytlick selbst lieferte den emotionalen Turbo. „Es ist viel passiert, und das Vertrauen hat einen Knacks bekommen“, sagte er zu TV2. Gemeint sind interne Streitigkeiten über Markenrechte, Sponsorentermine und ein Gefühl, nicht mehr die Nummer eins im Klub zu sein. Flensburg winkt ab: Man habe alles getan, um den Weltmeister zu halten. Die Realität: Pytlick fühlt sich gedrängt, will raus – und Berlin bietet das Projekt, das seine Karriere neu entfachen könnte.

Rekordsumme würde markt sprengen
Bisher lag die höchste Ablöse in der HBL bei rund 500.000 Euro – überwiesen für Häfener, Zehnender, Grgic oder Kuzmanovic. 1,5 Millionen würde die Schallmauer sprengen und kleinere Klubs in eine Abhängigkeit zwingen: Wer künftig international mithalten will, muss plötzlich siebenstellige Schecks blankziehen. Die Frage ist nicht nur, ob Berlin zahlt, sondern ob die Liga das mitmacht.
Krickau nimmt Pytlick in Schutz: „Er hat das Prädikat abbekommen, sich wegdrücken zu wollen. Das ist nicht fair.“ Tatsächlich verlängerte der Linkshänder freiwillig, um Flensburg sportliche Planbarkeit zu geben. „Er hat alles gegeben für Flensburg“, sagt Krickau. „Für uns hat sich nichts verändert.“ Momentan laufen keine Verhandlungen, nur heiße Telefonate. Und ein Nationalteam-Kollege liefert die emotionale Karte: Mathias Gidsel, Weltmeister und Kumpel, sagt im dänischen Fernsehen: „Ich vertraue darauf, dass Bob Hanning und Nicolej Krickau die beste Mannschaft aufstellen – und Simon gehört dazu.“
Die Uhr tickt. Die Fans diskutieren auf Social Media, die Manager rechnen. Flensburg will die Millionen, Berlin will den Spielmacher, Pytlick will endlich wieder Luft. Wer zuerst blinkt, bestimmt, ob die HBL ab Sommer 2026 in eine neue Ära startet – oder ob der Transfer auf 2027 vertagt wird. Eines ist klar: Wenn die 1,5 Millionen über die Tische rauschen, wird Handball-Geschichte geschrieben, egal, wann der Flug nach Tegel startet.
