Pulisic verliert kapitänsbinde – und die nerven

Atlanta war keine Niederlage, es war ein Debakel. 5:2 gegen Belgien, und der Kopf von „Captain America“ hängt tiefer als je zuvor. Denn Christian Pulisic spielte nicht nur schwach – er spielt nicht einmal mehr mit dem C auf dem Arm.

Tim ream führt, pulisic folgt

Mauricio Pochettino hat die Entscheidung längst gefällt: Kapitän ist fortan Tim Ream, 38, Verteidiger, Charlotte FC, Lehrer statt Rockstar. Eine Weisheit, die sich im Mercedes-Benz Stadium vor 70.000 Zuschauern bestätigte. Ream organisierte, schrie, klärte. Pulisic? Er schoss in der 52. Minute den Ball von der Strafraumgrenze in die Kurve, Belgien konterte, Onana traf zum 2:1. Die Partie war gelaufen.

Die Zahl, die alles sagt: Null Tore in 2026, null Assists in der laufenden Nations-League-Phase. Ein Offensivspieler, der nicht trifft, ist wie ein Torhüter, der nicht hält – nur mit besserer PR.

Der puma-faktor

Der puma-faktor

Die Binde weg, der Vertrag auch. Nach dem Bruch mit Nike 2021 unterschrieb Pulisic bei Puma. Die US-Fußball-Föderation wird aber von Nike ausgestattet. Kein Sponsor drängt darauf, den Star wieder ins Zentrum zu rücken. Marketing braucht Geschichten, keine Risiken. Pulisic liefert momentan Letztere.

Milan sieht zu. Stefano Pioli braucht Tore aus der zweiten Rei, doch der US-Boy liefert seit Januar nur Laufarbeit. In der Serie A noch kein Treffer nach der Winterpause, dafür sieben Ballverluste pro 90 Minuten – Spitzenwert im Kader.

Die wm rückt näher, die uhr tickt

Die wm rückt näher, die uhr tickt

2026 findet das Turnier im eigenen Land statt. Das hätte das Pulisic-Märchen werden können: Heimatboden, 1,5 Milliarden Dollar Marketingvolumen, der „baffo“ im Nike-Spot. Stattdessen droht ihm der Einsatz in der zweiten Gruppe. „Ich bleibe positiv“, sagt er. Positiv ist aber nur, wer Tore schießt.

Die Realität: Ohne den besten Pulisic wird die USMNT nicht mal Achtelfinale spielen. Mit einem durchschnittlichen Pulisic wird sie Achtelfinale verlieren. Und mit dem Pulisic von Atlanta wird sie schon vorher nach Hause fahren.

Pulisic muss liefern, sonst liefert ihn das System ab. Die Uhr tickt, der Countdown läuft. Atlanta war keine Warnung, es war die Vorab-Version des WM-Desasters. Noch 177 Tage bis Eröffnung. Die Binde ist weg, die Zeit auch.