Pubill sprintet schon wieder: atléticos abwehr-comeback vor barça-kracher

Marc Pubill traf als Erster ein, als die Rojiblancos am Dienstagmorgen den Cerro del Espino betraten. 48 Stunden vor dem Liga-Gipfel gegen Barça und nur fünf Tage vor dem Champions-Lebensretter im Camp Nou trabte der spanische Innenverteidiger ohne Schiene, ohne Stock – nur mit dem festen Vorsatz, die Saison zu retten.

Die Szene dauerte keine zehn Sekunden, reicht aber, um im Hauptquartier des Atlético Madrid eine Welle der Erleichterung auszulösen. Pubill, seit Wochen außer Gefecht, absolvierte Einheiten mit Ball, wechselte in die Sprintgruppe um Fitnesscoach Luis Piñedo. Keine Grimassen, keine Schonung. „Er will spielen, Punkt“, sagte ein Betreuer, noch bevor Simeone die Anlage betrat.

Ein kader, der sich in luft auflöst

Was sonst? Ruggeri fehlte weiterhin, Barrios humpelt durch die Kabine, und nur vier Feldspieler des Profikaders standen für das komplette Programm zur Verfügung. Die Namen: Molina, Griezmann, De Paul, Lino. Mehr nicht. Der Rest bestand aus Nachwuchsakteuren, die zwischen A- und B-Mannschaft pendeln. Trotzdem ging kein Ton der Klage durch die Hangar-ähnliche Halle. Stattdessen: Kommandos auf Spanisch, Kreischen der Sohlen, das metallische Klacken von Stutzen.

Die Leitung übernahm Piñedo, während Simeone in der Medizinabteilung verschwand – ein klares Signal: Die medizinischen Reports bestimmen den Rhythmus, nicht der Spielplan. Cardoso durfte nach seiner Oberschenkel-Überlastung das zweite USA-Tour-Spiel absagen, Hancko rückt morgen nach. Die Slowake soll sofort in die Startelf-Planung, doch derzeit zählt jeder Tag, jede Stunde.

Die rechnung ohne die länderspiele

Die rechnung ohne die länderspiele

Die internationale Pause hat Atlético regelrecht ausgedünnt. Morata, Saúl, Llorente – weg. Correa, Riquelme – weg. Die Statistik spricht Bände: 13 Akteure unterlagen Nationalteam-Nominierungen, zwei verletzt, einer suspendiert. Trainerstab und Analytiker rechnen vor, dass selbst bei einem 23-Mann-Aufgebot am Samstag nur 16 echte Profis zur Verfügung stehen würden.

Doch die Intensität stieg trotzdem. Piñedo ließ die Viererkette abschließen, dann 4×60-Meter-Sprints. Kein Spieler schwächte das Tempo, niemand schlug Hände über den Kopf. Die Uhr tickt: Mittwoch, Camp Nou, Rückstand aus dem Hinspiel. „Wenn wir nicht jetzt sprinten, sprinten wir nie wieder“, rief Piñedo, und Molina grinste trotz 34-Grad-Hitze.

Der Klang? Ein Mix aus Hoffnung und purem Adrenalin. Pubill und Mendoza – zurück. Hancko – im Anflug. Cardoso – gerettet. Die Saison lebt, solange diese Namen laufen. Die restlichen 48 Stunden vor Barça werden zum Dauerlauf gegen die Uhr. Atlético kennt die Regel: Wer in Mai noch träumen will, muss in April schon rennen. Die Rojiblancos rennen – und Pubill führt den Sprint an.