Psg plant radsport-team: tour de france als nächste weltbühne?

Paris Saint-Germain, König der ChampionsLeague, denkt laut über die Eroberung der Königsetappe nach. Ein Radteam. Die Tour de France. Frankreichs heilige Sportart. Klub-CEO Victoriano Melero bestätigte im Podcast „Pause“: „Paris Saint-Germain wurde kontaktiert, um ein Radsport-Team zu gründen.“ Kein dicker Vertrag, keine Pressekonferenz – nur ein Satz, der die Szene aufscheucht.

Warum radsport für psg plötzlich attraktiv ist

Der Preis. Im Fußball verballert der Qatari-Klub für einen Ersatzlinksverteidiger locker 50 Millionen Euro. Ein WorldTour-Radteam kostet die Hälfte, Spitzenetappen der Tour bringen aber Milliarden Fernsehzuschauer. Melero: „Es ist nicht so teuer.“ Die Rechnung ist einfach: maximale Sichtbarkeit, minimaler Kassensturz. Dazu kommt das Terrain. Keine andere Sportveranstaltung quert Frankreich so gnadenlos wie die Grande Boucle – von den Alpen bis Paris, drei Wochen Dauerkontakt mit dem Nationalstolz.

Die Kataris sind längst im Peloton verankert. UAE Team Emirates und Bahrain Victorious fahren mit Scheich-Geld. PSG wäre die logische französische Antwort. Der Klub ist bereits Multisport-Marke – Judo, Handball, E-Sport. Das Rad folgt nur der Strategie: globale Markenführung statt einzelner Spieler.

Die haken an der geschichte

Die haken an der geschichte

Melero sprach, aber handelte nicht. „Wir haben die Anfragen nicht weiterverfolgt.“ Kein Sponsor-Deal, kein Lizenzantrag, kein Sportdirektor. Die Idee schwirrt durch den Parc des Princes wie ein leerer Radschlauch. Dazu die Frage der Glaubwürdigkeit. Kritiker wittern Sportwashing 2.0 – ein weiteres Land, ein weiterer Image-Firlefanz. Radsportfans erinnern sich an Team Sky, an Ineos, an Milliarden, die die Seele des Sports aushöhlten. Ein PSG-Logo auf dem Trikot der Tour-Sieger? Frankreichs Traditionalisten dürften sich winden.

Zeitplan offen. Die Ligue-1-Meisterschaft steht an, das Champions-League-Viertelfinale gegen Liverpool am 8. und 14. April. Solange Mbappé dribbelt, hat niemand Kapazität für Carbonrahmen. Doch der Gedanke liegt in der Luft wie der Geruch von heißen Bremsen am Galibier.

Die Tour de France sucht 2027 einen neuen Hauptsponsor. Der Etappenplan wird neu ausgeschrieben, die TV-Rechte neu verhandelt. Timing perfekt für einen Klub, der Marke Paris mit Marke Sport verheiratet. Entscheidet sich PSG, dauert es nur einen Winter, bis Gelb-Schwarz die Champs-Élysées flutet.

Melero lachte im Interview, als hätte er das Spiel schon durchgerechnet. Die Frage ist nicht mehr, ob PSG ein Radteam gründet. Die Frage ist, wann der Startschuss fällt – und ob Frankreich applaudiert oder die Faust ballt.