Probst trifft nach 106 tagen: rödinghausen entflieht der abstiegsfalle
Endlich wieder drei Punkte: Nach 106 sieglosen Tagen hat der SV Rödinghausen dank Eduard Probsts 14. Saisontreffer den Bann gebrochen und den Abstiegskampf neu entfacht. Der 1:0-Heimsieg gegen den Bonner SC katapultierte die Mannschaft von Trainer Lars Fleischer zumindest auf den 15. Tabellenplatz – die erstmals seit Wochen wieder Perspektive verspricht.
Probst beendet torflaute und übernimmt torjägerkrone
Probst war es, der die Erlösung schoss – und sich selbst. Sein Treffer in der 67. Minute war nicht nur der erste Sieg für Rödinghausen seit dem 28. November 2025, sondern auch sein erstes Tor nach der Winterpause. Die Zahlen sind vernichtend: Seit dem dramatischen 3:4 gegen die Sportfreunde Siegen hatte der Angreifer zuvor 630 Minuten ohne Treffer verbracht. Nun führt er mit 14 Toren wieder allein die Torjägerliste der Regionalliga West an.
Fleischer hatte seinen Stürmer zuletzt öffentlich kritisiert – nicht wegen der mangelnden Tore, sondern wegen seiner Laufarbeit und seiner Defensivarbeit. „Ich habe ihn in die Pflicht genommen“, sagt der 31-Jährige. Das habe sich bezahlt gemacht. Probst lief 11,3 Kilometer – mehr als in jedem Spiel zuvor unter Fleischer.

Direkte konkurrenten patzen – rödinghausen nutzt die chance
Was die Tabellensituation betrifft, war der Spieltag ein perfekter Sturm. Wiedenbrück, Velbert, Wuppertal und die U 23 von Fortuna Düsseldorf verloren am Freitag allesamt. Rödinghausen hingegen blieb als einziges Team der unteren Hälfte ohne Niederlage. „Die Jungs können die Tabelle lesen“, sagt Fleischer. „Sie wussten, was auf dem Spiel stand.“
Die Rechnung ist einfach: Aktuell würde der 15. Platz reichen, um in der Regionalliga West zu bleiben – vorausgesetzt, kein NRW-Klub in der 3. Liga steht auf einem Abstiegsplatz. Die Hoffnung lebt.

Nachholspiel gegen wuppertal: jetzt geht’s um alles
Bereits am Dienstag kommt es zum Richtungsduell beim kriselnden Wuppertaler SV. Der Rivalenkreis schließt sich: Noch vor zwei Jahren stritten beide Klubs um die Aufstiegsplätze, nun kämpfen sie im Keller. Für Fleischer ist klar: „Es ist unser Ziel, den WSV weiter auf Distanz zu halten.“
Die Personalie könnte sich entspannen. Tim Corsten steigt nach seiner Gehirnerschütterung am Montag wieder ins Training ein. Aygün Yildirim soll nach seiner Magen-Darm-Infekt wieder voll belastbar sein. Simon Breuer fehlt weiterhin – disziplinarisch suspendiert. Ein Gespräch ist für Mittwoch geplant. Die Entscheidung über die Zukunft des einstigen Junioren-Nationalspielers fällt mit.
Die Saison ist noch lang. Aber für Rödinghausen beginnt sie gerade erst wieder. Der Knoten ist geplatzt – nun zählt nur noch eins: Weitermachen.
