Prince naseem hamed: vom arbeiterjungen zum box-idol – und sein tragischer fall

Der aufstieg eines ausnahmekönners

Niklas Senger, 04.02.2026 • 09:57 Uhr – Prince Naseem Hamed, bekannt als „Prince“, schaffte den beeindruckenden Aufstieg aus einer bescheidenen Arbeiterfamilie zum globalen Boxstar. Sein kometenhafter Aufstieg endete jedoch abrupt in einer vernichtenden Niederlage. Nun können Fans das Leben dieser Box-Ikone eindrucksvoll auf der Leinwand erleben.

Ein leben wie aus dem hollywood-drehbuch

Ein leben wie aus dem hollywood-drehbuch

Die BBC beschrieb im Oktober 2025 die Geschichte von Naseem Hameds Karriere als „wie aus einem Hollywood-Drehbuch“. Er gilt als einer der erfolgreichsten britischen Boxer aller Zeiten. Seit Januar können britische Sportfans den rasanten Aufstieg, aber auch den tiefen Fall des „Prince“ im Kino verfolgen. Der Film „Giant“ zeigt das Leben des Boxers, in dem Pierce Brosnan Hameds Trainer verkörpert.

Bescheidene anfänge in sheffield

Bescheidene anfänge in sheffield

Die Voraussetzungen für eine Weltkarriere waren für Hamed zunächst alles andere als ideal. Als Sohn jemenitischer Einwanderer wuchs er über einem kleinen Gemischtwarenladen im Stadtteil Wincobank in Sheffield auf. Trotz dieser Umstände gelang es ihm, zu einem der bekanntesten muslimischen Sportstars Großbritanniens aufzusteigen. Sein Talent und seine Entschlossenheit ebneten ihm den Weg nach oben.

Blitzschneller aufstieg zum champion

Mit 18 Jahren begann Hamed seine Profikarriere im Fliegengewicht. Nur drei Jahre später wurde er bereits Europameister im Bantamgewicht. Der Höhepunkt seines schnellen Aufstiegs erfolgte im September 1995. Er besiegte Steve Robinson im Federgewicht und gewann den WM-Titel. Diese Begegnung markierte einen Machtwechsel in der Gewichtsklasse. In den 1990er Jahren feierte er eine Glanzzeit, hielt mehrere WM-Titel und erregte mit seinem unorthodoxen Stil und seiner K.o.-Stärke Aufsehen.

Ein vorbild für eine ganze generation

Aufgrund seiner Herkunft und seines Erfolgs wurde Hamed schnell zu einem Vorbild für die asiatische Minderheitenbevölkerung in Großbritannien. Filmemacher Rowan Athale betonte: „Er war nicht der Nächste – er war der Einzige. Er bedeutete vielen Menschen sehr viel.“ Auch Amer Khan, der gemeinsam mit Hamed unter Trainer Brendan Ingle trainierte, lobte sein außergewöhnliches Talent.

Der einfluss von prince naseem hamed

Lou DiBella, Manager von HBO, verglich Hameds Einfluss einst mit dem von Muhammad Ali. Er argumentierte, Hamed habe das Boxen verändert und den Kämpfer als Showman und Entertainer neu definiert. Frank Warren, ein Boxpromoter, sagte, Hamed sei zeitweise der aufregendste Kämpfer gewesen, mit dem er je zu tun hatte. Er hätte zu einem der ganz Großen werden können, aber seine fehlende Disziplin und unregelmäßigen Kämpfe verhinderten dies.

Die niederlage gegen marco antonio barrera

Nach zehn Jahren im Ring endete Hameds Siegesserie am 7. April 2001 in Las Vegas. Er verlor gegen den Mexikaner Marco Antonio Barrera, der eigens für diesen Kampf aufgestiegen war. Barrera konnte Hameds linken Haken ausweichen und eigene Treffer landen. Trotzdem ist dieser Kampf mit 310.000 Pay-per-View-Käufen der erfolgreichste Federgewichtskampf in den USA.

Skandal und rücktritt

Im Mai 2002 kehrte Hamed noch einmal in den Ring zurück und besiegte Manuel Calvo. Obwohl er eine schnelle Rückkehr ankündigte, kam es nie dazu. Er begründete seinen Rücktritt mit zahlreichen Verletzungen und Operationen an seiner Hand. 2006 folgte ein weiterer Tiefpunkt, als er zu 15 Monaten Haft und vier Jahren Fahrverbot verurteilt wurde, nachdem er bei einem riskanten Überholmanöver einen schweren Unfall verursacht hatte. Er verließ den Unfallort und wurde daraufhin verurteilt. Ihm wurde auch sein Ritterorden aberkannt.

Ein tragischer fall eines ausnahmetalents

Trotz der Skandale und Rückschläge wird Hameds Vermächtnis zunehmend positiv bewertet. 2015 wurde er in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen und 2019 erhielt er vom Magazin The Ring den Ehrentitel im Federgewicht. Regisseur Athale bedauerte, dass Hamed sein volles Potenzial nicht ausschöpfen konnte. Er hatte mehr erreichen können. Hamed, der inzwischen stark zugenommen hat, lebte in den letzten Jahren eher zurückgezogen.