Prevc's patzer bei der skiflug-wm: „ich habe es vermasselt“
Oberstdorf – Ein Ausschluss, der die deutsche Skiflug-WM überschattet hat: Domen Prevc, der dominierende Skispringer der Saison, scheiterte in einem Moment der Unachtsamkeit und kostete sein Team Slowenien die Medaillenhoffnung. Der Vorfall, der wie ein Déjà-vu wirkte, sorgte für Gesprächsstoff und Selbstkritik beim Slowenen.
Der herrenlose flug und seine folgen
Die Szene, die sich den Zuschauern einbrannte, war kurios und zugleich brisant. Während Marius Lindvik in Norwegen bereits zum Absprung bereitstand, rauschten zwei Skier unkontrolliert die Schanze hinunter. Einer dieser Ausreißer verließ die Schanze, als wäre er ein erfahrener Flieger, und landete im Auslauf. Die Skier gehörten Domen Prevc, der wenige Wochen zuvor sensationell die Vierschanzentournee gewonnen hatte. Die Konsequenz: Disqualifikation und die bittere Erkenntnis, eine Chance vergeben zu haben.
„Ich werde mich da nicht über mein Umfeld oder schlechte Entscheidungen beschweren“, erklärte Prevc im Gespräch mit dem polnischen Online-Portal weszlo.com. „Ich war vor allem von mir selbst enttäuscht, nachdem ich nicht an den Start gehen konnte.“ Die Worte des Slowenen sind ehrlich und offen, doch sie können den Ärger über die verpasste Chance kaum verbergen.

Ein tag zuvor: prevc’ warnung ging ungehört vorüber
Das Unglaubliche: Bereits einen Tag vor dem Vorfall hatte Prevc in der Teambesprechung auf das Risiko hingewiesen. „Ich sagte, wir müssten auf die Skier oben auf der Schanze aufpassen, da ihnen leicht etwas passieren könnte. Dass wir jemanden dorthin schicken sollten, um sie zu bewachen“, so Prevc. Eine Warnung, die offenbar ungehört blieb, und die nun bitterböse Früchte trug. Als er sah, wie die Skier die Schanze hinunterfielen, dachte er: „Das kann doch nicht sein, dass ich es vermasselt habe.“
Der sechste Platz für Slowenien ist letztlich ein Resultat dieser Unachtsamkeit. Japans Überraschungssieg unterstrich die Bedeutung jeder kleinen Entscheidung im Skispringen. Prevc’ Ausschluss war ein Schockmoment, der zeigte, wie schnell sich der Traum von einer Medaille in Luft auflösen kann.
Die Skisprungsaison ist zwar vorbei, doch der Vorfall in Oberstdorf wird noch lange in Erinnerung bleiben – als Mahnung für die Athleten und als Beispiel dafür, dass im Profisport selbst die größten Stars nicht vor Fehlern gefeit sind. Die Frage, wie solche Situationen in Zukunft vermieden werden können, wird sicherlich in den kommenden Monaten intensiv diskutiert. Denn eines ist klar: Im Skispringen zählt jede Sekunde, jeder Zentimeter – und jede sorgfältig platzierte Skibrille.
