Preuß' abschied: französischer triumph und enttäuschende dsv-bilanz in antholz

Ein bittersüßer abschied für franziska preuß

Beim letzten Rennen ihrer beeindruckenden Karriere blieb Franziska Preuß ein Happy End verwehrt. Die französische Mannschaft dominierte den Massenstart in Antholz, während Vanessa Voigt mit einem entscheidenden Fehler im letzten Schießen ihre Medaillenhoffnungen zunichtemachte. Gemeinsam mit der italienischen Biathletin Dorothea Wiererverabschiedete sich Preuß aus dem Biathlon-Zirkus.

Olympische spiele ohne silberglanz für deutschland

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Auch bei den Olympischen Winterspielen in Mailand-Cortina blieb das deutsche Team hinter den Erwartungen zurück und verpasste eine zweite Medaille. Im Massenstart der Damen triumphierte Oceane Michelon (Frankreich) vor ihrer Landsfrau Julia Simon (+6,6 Sekunden) und der überraschenden Bronzemedaillengewinnerin Tereza Vobornikova (+7,4 Sekunden) aus Tschechien. Für Frankreich war es bereits der sechste Goldtriumph in Antholz.

Voigt vergibt chance auf das podest

Voigt vergibt chance auf das podest

Vanessa Voigt kämpfte bis zum vorletzten Schuss um die Medaillen, doch ein Fehler vereitelte ihre Ambitionen. Sie landete schließlich auf dem siebten Platz mit 29 Sekunden Rückstand. Janina Hettich-Walz (Platz 17, +1:41,6 Minuten) und Franziska Preuß (Platz 28, +7 Strafrunden) hatten bereits frühzeitig keine Chance. Trotz der sieben Strafrunden ging Preuß lächelnd mit einer deutschen Flagge ins Publikum.

Preuß' gelassenheit nach dem ersten fehler

„Nach dem ersten Fehler habe ich es gelassen gesehen“, erklärte Franziska Preuß im ARD-Interview. „Es war egal, was da rauskommt. Ich wollte es einfach nur noch aufsaugen. Das ist mir gelungen, es war ein cooler Abschluss.“ Sie betonte, dass der Abschied bei den Olympischen Spielen etwas Besonderes sei.

Historischer tiefstwert für das dsv-team

Mit nur einer Medaille – Bronze im Mixed-Staffel – beendet das deutsche Team die Winterspiele und erzielt damit die bisher schlechteste Bilanz. 2014 und 2022 hatte Deutschland jeweils zwei Medaillen gewonnen. Die Lücke, die Franziska Preuß hinterlässt, wird enorm sein. „Franzi war in den letzten Jahren die Leaderin dieser Mannschaft, nicht durch große Worte, sondern durch Leistung“, so Sportdirektor Felix Bitterling.

Blick nach vorn: herausforderungen für das dsv-team

Es wird spannend zu sehen, wie das deutsche Team die Lücke in den kommenden Weltcup-Stationen in Kontiolahti, Otepää und Oslo füllen kann. Preuß selbst wird die verbleibenden drei Weltcup-Stationen nicht mehr bestreiten, nachdem sie ihr sofortiges Karriereende am Freitag verkündet hatte. Sie war im Vorwinter erstmals Gesamtweltcup-Siegerin und wurde zur Sportlerin des Jahres 2025 gekürt.

Ergebnisse im überblick

PlatzAthletinNationZeit/Strafrunden
1Oceane MichelonFrankreich
2Julia SimonFrankreich+6,6 Sekunden / 1 Strafrunde
3Tereza VobornikovaTschechien+7,4 Sekunden / 1 Strafrunde
7Vanessa VoigtDeutschland+29 Sekunden / 1 Strafrunde