Prestianni wehrt sich: mbappés vorwurf – ein affendrama in der champions league?
Madrid – Der Fall Prestianni und Vinícius Júnior eskaliert weiter. Nach dem Abbruch des Champions-League-Playoff-Rückspiels zwischen Benfica und Real Madrid wegen eines mutmaßlichen rassistischen Vorfalls ist der argentinische Offensivspieler Gianluca Prestianni vehement zurückgetreten. Er bestreitet die Anschuldigungen, die von Vinícius Júnior erhoben wurden und von Kylian Mbappé öffentlich bestätigt wurden, mit Nachdruck.

Ein wort, das eine karriere gefährdet
Vinícius Júnior warf Prestianni vor, ihn nach dem 0:1-Tor rassistisch beleidigt zu haben, wobei der Begriff „Affe“ fallen gelassen worden sein soll. Mbappé bestätigte diese Aussage später. Die UEFA hat Ermittlungen eingeleitet, und Prestianni steht nun im Sturm der Kritik. „Ich habe nichts gesagt“, betonte Prestianni in einem Interview. „Aber ja, ich habe gehört, wie Mbappé mich ‚verdammter Rassist‘ genannt hat.“
Für den jungen Argentinier ist die Situation besonders belastend. Er erklärt, dass das spanische Wort für Affe in seiner Heimat als normales Schimpfwort gilt. „Egal, was man mir sagt – ich werde niemals reagieren. Ich werde es auf dem Platz zeigen“, so Prestianni, der die Sperre für das Rückspiel gegen Madrid als schweren Schlag empfand. „Es tat sehr weh. Es war etwas, das ich nicht gesagt habe, und ich wurde ohne Beweise sanktioniert.“
Mbappé hatte die Situation noch verschärft, indem er behauptete, Prestianni habe Vinícius „fünfmal ‚Affe‘ genannt“ und solle „nicht mehr in der Champions League spielen“. Die öffentliche Anklage des französischen Stürmers, untermauert durch Kamerabilder, hat die Debatte zusätzlich angeheizt. Benfica hat sich hinter seinem Spieler gestellt, und auch mehrere Mitspieler unterstützen ihn.
Lo que nadie cuenta ist der psychische Druck auf Prestiannis Familie. „Ich bin stark, aber ich dachte an meinen Vater, meine Mutter, meine Großeltern. Dass über mich Dinge gesagt werden, die ich nie getan habe, tut weh – vor allem für sie“, so der 19-Jährige. Er führte zudem aus, er habe mit Teamkollegen, die die gleiche Hautfarbe wie Vinícius haben, gesprochen und betonte, dass es intern nie Probleme gegeben habe. Auch Vorwürfe der Homophobie wies er entschieden zurück, da solche Begriffe in Argentinien oft ohne rassistische Absicht verwendet werden.
Die sportliche Brisanz ist zweifellos in den Hintergrund getreten. Die Debatte, ausgelöst durch diese Vorwürfe, überschreitet das Spielfeld und wirft ein Schlaglicht auf die anhaltende Problematik von Rassismus im Fußball. Es bleibt abzuwarten, wie die UEFA in ihren Ermittlungen zu dem Fall gelangen wird und welche Konsequenzen für Prestianni und die beteiligten Spieler drohen.
