Prestianni: mbappé schimpfte – „argentinischer insult ist normal“
Die Affäre um die rassistischen Vermutungen gegen Mario Prestianni reißt weiter auf. Der argentinische Fußballspieler, der im Champions-League-Duell zwischen Benfica und Real Madrid suspendiert wurde, verteidigt sich vehement und wirft nun dem französischen Star Kylian Mbappé verbale Angriffe vor. Ein Geständnis, das für Aufsehen sorgt.

Ein verbaler schlagabtausch im champions-league-fieber
Prestianni beteuert nach wie vor seine Unschuld in Bezug auf die Vorwürfe des Rassismus, die im Anschluss an eine Auseinandersetzung mit dem Stürmerstar von Real Madrid aufkamen. Doch nun enthüllt er in einem Interview eine neue Facette des Vorfalls: Er habe gehört, wie Mbappé ihm im Affekt den Spottnamen „puto racista“ (verfahrener Rassist) an den Hals warf. Eine Behauptung, die die ohnehin schon hitzige Debatte weiter anheizt.
„Ja, ich habe es gehört“, erklärt Prestianni in „Intuiciones en primera persona“, „aber für uns Argentinier ist das ein ganz normaler Insult. Es ist wie, wenn man jemanden beschimpft und ihm unterstellt, etwas zu sein, was er nicht ist. Für uns ist es einfach ein Ausdruck, der einen aus dem Spiel bringt, aber ich habe nicht reagiert und werde es auch nicht tun. Egal, was mir jemand sagt, ich werde nicht reagieren. Im Gegenteil, ich werde es ihm auf dem Platz zeigen.“
Die UEFA hat Prestianni daraufhin suspendiert, was er als ungerechte Strafe empfindet: „Es hat mir sehr wehgetan, nicht in der Rückrunde spielen zu dürfen. Ich wurde für etwas bestraft, das ich nicht gesagt habe, und ohne Beweise. Aber es ist vorbei. Ich bin sehr dankbar für das Team und das technische Team von Benfica, das mich bis zur letzten Minute unterstützt hat.“
Besonders belastend für Prestianni war die Reaktion auf den Vorfall in seiner Familie. „Ich bin stärker, aber ich habe auch an meine Eltern und Großeltern gedacht, die all diese Dinge über mich hören mussten. Das ist schmutzig und schmerzt sehr, vor allem für sie. Sie sind nicht daran gewöhnt, dass über sie geredet wird.“, so Prestianni mit sichtlich gerührter Stimme.
Er betont, dass er sich nicht darum kümmerte, ob etwas passieren würde, sondern dass es ihn schmerzte, als etwas beschuldigt zu werden, das er niemals getan habe. „Glücklicherweise kenne alle, die mich kennen, die Art von Mensch, die ich bin, und das reicht mir völlig. Ich bin sehr dankbar für den Verein, der mir in jeder Hinsicht vertraut und mich unterstützt hat. Meine Teamkollegen haben es mir gezeigt, und das bedeutet mir mehr als alles andere.“
Die Vorwürfe des Rassismus und die anschließende Behandlung haben Prestianni offenbar tief getroffen, doch er scheint entschlossen zu sein, sich nicht von der Situation unterkriegen zu lassen. Ob Mbappé sich zu Prestiannis Äußerungen äußern wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass dieser Fall die Debatte über Rassismus im Fußball erneut anheizt und die Frage aufwirft, wie mit solchen Vorwürfen umgegangen werden sollte.
