Premier league vor dem kollaps: klopp warnt, die tv-milliarden versiegen
Die Premier League droht ihr größtes Eigentor. Von Samstag an könnte die englische Elite aus dem globalen Fernsehprogramm verschwinden – und das Milliardenloch reißt beim ersten Spieltag auf. Sky, DAZN und Amazon haben gemeinsam mit 14 weiteren Anbietern die Lizenzgebühren für Auslandsrechte bislang gestundet. Die Summe: 1,9 Milliarden Pfund pro Saison. Ohne diese fließt kein Transfergeld, keine Gehaltserhöhung, kein VAR.
Warum die sender jetzt die reißleine ziehen
Die Saudis wollten 2025 den Spieß umdrehen und sich die Rechte sichern – doch die Regierung in Riad zögert. Der Hintergrund: Die Premier League droht wegen eines neuen Gesetzes zur Verteilung von Einnahmen vor Gericht zu verlieren. Die Klage kommt vom Klub Everton, der seit drei Jahren gegen die sogenannte „Big-Six-Regel“ kämpft. Demnach erhalten ManCity, Liverpool, Arsenal, Chelsea, ManUnited und Tottenham 35 Prozent aller Auslandseinnahmen – obwohl sie nur zwölf Prozent der Klubs stellen. Die restlichen 14 Vereine erhalten zusammen nur 65 Prozent. Everton fordert eine gerechtere Verteilung, die Regierung droht mit einem Sondersteuergesetz.
Die Sender reagieren mit Eis. „Solange die Klubs sich selbst bekriegen, zahlen wir keinen Cent“, sagt ein Insider von beIN Sports. Die Qatari hatten ursprünglich 600 Millionen Pfund für die nächsten drei Jahre geboten – jetzt liegt das Angebot bei null. Auch ESPN und Fox Sports haben ihre Gebietsrechte zurückgezogen. Die Folge: Die Premier League verliert über Nacht 42 Prozent ihrer Einnahmen. Das entspricht dem Etat von Leeds, Brentford und Fulham zusammen.

Die klubs zittern – und der durchschnittsfan wird zur kasse gebeten
Am Montagabend traf sich die Liga-Chefin Richard Masters mit den Eigentümern der 20 Klubs. Die Stimmung: apokalyptisch. Die Vereine haben bereits 1,4 Milliarden Pfund an Spieler-Gehältern für die kommende Saison vertraglich zugesagt. Nun fehlt die Hälfte des Geldes. Die Lösung: Ticketpreise steigen um 38 Prozent, Dauerkarten um 22 Prozent. Ein Stehplatz bei Tottenham kostet künftig 1.950 Pfund – so viel wie nie zuvor. Die Fans rebellieren. „Wir werden die Stadien leer sehen“, sagt Jürgen Klopp, der Liverpool verlassen wird, aber als Berater der Klubgewerkschaft fungiert.
Die Kettenreaktion ist längst im Gange. Chelsea hat den Transfer von Victor Osimhen abgeblasst, Arsenal zieht sich aus dem Poker um Declan Rice zurück. Die Agenten rechnen mit einem Einbruch der Marktwerte um 30 Prozent. Die Spieler hätten nie gelernt, weniger zu verlangen. Die Premier League droht zur Championship 2.0 zu verkommen – mit glamourösen Namen, aber leeren Kassen.
Die Uhr tickt. In 72 Stunden läuft die letzte Stundungsfrist. Die Liga kann nur gewinnen, wenn sie die Regierung vor Gericht stoppt – oder die Klubs sich einigen. Die Chancen stehen bei 15 Prozent. Die Premier League war einst das Flaggschiff des globalen Fußballs. Nun sinkt sie, weil sie sich selbst versenkt hat. Die erste Saison ohne Milliarden beginnt am 9. August – und niemand weiß, wie lange sie noch stattfindet.
