Preining zerquetscht mercedes-hoffnung: österreichs doppelsieg beim dtm-auftakt
Der Red Bull Ring bebte. Nicht vom Sound der Formel-1-Boliden, sondern vom brachialen Porsche-Tritt in die Mercedes-Seelen. Thomas Preining schlug in der Steiermark zu – und wie. 38 Runden lang dominierte der Linzer das Auftaktrennen der DTM, ließ Lucas Auer im Silberpfeil zwar bis auf 0,774 Sekunden heran, aber nicht vorbei. Österreich feiert einen Doppelsieg, Deutschland schaut auf Platz drei: Maro Engel rettete für Mercedes zumindest das Podest-Gesicht.
Boxenzauber und safety-car: so drehte preining auf
Die Entscheidung fiel in Runde 15. Preining wechselte als Erster der Spitzengruppe Reifen, sein Team Manthey kostete ihn nur 22 Sekunden. Zwei Runden später folgte Engel – und blieb an der Hinterachse hängen. Die Zeitverluste: rund fünf Sekunden. „Plötzlich war ich hinter Jules Gounon und wusste: Jetzt oder nie“, sagt Preining. Als der Mercedes-AMG von Gounon in Runde 33 mit Getriebeschaden ausfiel, lag Auer dank Safety-Car-Comeback auf Position zwei, Engel rangierte hinter dem Franzosen. Doch der Porsche-Youngster ließ sich nicht mehr schütteln.
Die Zieldurchfahrt war ein Seufzer der Erleichterung und ein Jubel-Schrei zugleich. Neunter DTM-Sieg, zweiter Heimtriumph am Red Bull Ring – und das vor Familie, Freunden und 45.000 Zuschauern. „Ich habe geträumt, dass mir so ein Samstag mal wieder gelingt. Die letzten Monate waren hart“, gestand Preining, der im vergangenen Jahr nur zwei Mal auf dem Podest stand.

Engels reifen-drama und die deutschen verlierer
Maro Engel sprach offen aus, was in der Mercedes-Pressemappe nur zwischen den Zeilen stand: „Wir haben den Reifenwechsel verpatzt. Die Strategie war gut, die Umsetzung nicht.“ Der Münchner büßte durch den Fehler rund vier Positionen ein und musste sich hinter Auer, Gounon und später auch Tom Kalender einordnen. Letzterer schaffte den Sprung von Startplatz zehn auf vier – beste deutsche Aufholjagd des Tages.
Weit zurück: Ben Dörr. Der Butzbacher rutschte nach Kontakt mit einem Konkurrenten in die Leitplanke, sein McLaren 720S GT3 Evo war nach neun Runden Schrott. Auch Maximilian Paul aus Dresden wurde enttäuscht: Platz 16, keine Punkte. „Wir müssen analysieren, warum der Speed nicht da war“, sagte der Sachse knapp.
Die Tabelle nach dem ersten Lauf: Preining führt mit 25 Zählern vor Auer (18) und Engel (15). Die Saison ist noch lang, doch der erste Schock sitzt tief im Mercedes-Lager. „Wir haben die Antwort“, sagte Preining und lächelte. „Porsche kann auch 2024 gewinnen.“
