Pregler fliegt vorzeitig, hallbäck rückt nach: gummersbach setzt auf schweden-doppel
Ole Pregler hat Gummersbach noch nicht mal verabschiedet, Ludvig Hallbäck steht schon vor der Tür. Die TSV nutzt die EM-Pause für einen Schachzug, der beide Klubs neu aufstellt – und die Play-off-Karten neu mischt.
Ein januar-transfer, der keiner war
Was intern „Projekt Weihnachtstransfer“ heißt, ist in Wahrheit ein Tausch aus purer Selbstschutz. Gummersbach rangiert mit 23:13 Punkten auf Europapokal-Kurs, doch die Zahlen hinter dem Erfolz täuschen: Pregler, einst Aufstiegsheld, kam in dieser Saison nur auf 4:36 Stunden Spielzeit. 24 Tore, 16 Assists – das ist Statistik für Reservisten, nicht für einen Weltmeister von 2023.
Der Klub reagierte, noch beifragt wurde. Ludvig Hallbäck liefert seit Monaten die Antwort, die Sigurdsson braucht: 75 Treffer, 288 Vorlagen, Spitzenreiter bei Frisch Auf in Toren und Assists. Der 25-Jährige ist der Motor, den Göppingen abgeben muss, weil Pregler dort schon 2026 unter Vertrag steht – und weil Matschke jetzt schon planen will.

Warum gummersbach plötzlich schweden-fusion spielt
Sigurdsson baut nicht nur Hallbäck ein, er importiert eine ganze Formation. Mit Nikola Roganovic steht bereits ein zweiter Schwede im Kader, beide verbindet Nationalmannschafts-Know-how. „Doppelte Schweden-Power“ nennt es der Isländer, der die Lücke nach Julian Köster endlich schließen will. Die Botschaft: Internationaler Handball statt deutscher Insellösung.
Christoph Schindler spricht offen von „nicht der Standardprozess“. Gemeint ist: Wer frühzeitig kauft, spart sich die Sommer-Auktion. Und wer verkauft, verhindert, dass ein Leistungsträger im letzten Vertragsjahr die Kabine blockiert. Die Rechnung: Hallbäck kommt 18 Monate vor Vertragsende, Gummersbach zahlt weniger Ablöse und sichert sich Planungssicherheit bis 2028.

Der letzte akt vor der schwalbe-arena
Am 27. Dezember wird Pregler beim 27:23-Heimspiel gegen Hamburg zum letzten Mal das Kreiskreuz schwingen. Danach heißt es Abschied ohne Tranen: „Die Türe steht immer offen“, sagt Schindler – ein Satz, der in Gummersbach für ewige Rückkehr gilt. Für Hallbäck ist das Füchsen-Spiel in Berlin bereits die Generalprobe, bevor er im Januar direkt ins Training der Oberberger springt.
Die Daikin-Bundesliga erhält damit ein Lehrbeispiel in Sachen Timing: Ein Transfer, der eigentlich Sommer 2025 fällig war, wird zur Winter-Weichenstellung. Göppingen sichert sich frisches Kapital und einen deutschen Hoffnungsträger, Gummersbach einen einsatzbereiten Star. Die Konkurrenz schaut auf die Uhr – und merkt: Wer jetzt nicht tauscht, verliert den Anschluss.
Die Bilanz ist gnadenlos klar: Gummersbach kauft sich mit Hallbäck 288 zusätzliche Vorlagen und eine Portion Selbstvertrauen für den Europacup-Platz. Göppingen erhält einen Spieler, der laut Hofele „perfekt in Agenda 2030“ passt – und damit in die Nachhaltigkeitsoffensive des Klubs. Der Januar beginnt mit einem Handball-Coup, der kein einziges Trikot nass macht, aber alle Karten neu mischt.
