Portugal spaltet sich wieder: ronaldo bleibt, obwohl er kaum noch trifft
Ein 1:1 gegen den Außenseiter Kongo, 90 Minuten ohne Durchbruch – und Cristiano Ronaldo steht bis zur letzten Sekunde auf dem Platz. Der Fehlstart der Portugiesen entfacht dieselbe Debatte wie vor zwei Jahren: Wie lange hält Trainer Roberto Martínez an seinem Superstar fest?
Martínez verteidigt entscheidung mit zahlen
Der Coach zählt nur auf, was ihn stützt: Ronaldo ist offiziell der erfolgreichste Torschütze der Geschichte. „In einer Phase, in der wir Tore brauchen, macht es keinen Sinn, ihn rauszunehmen“, sagte Martínez nach dem Spiel. Die Logik klingt simpel, wirkt in der Praxis aber fragwürdig: Ronaldo kam gegen Kongo gerade einmal zu einem Torschuss, gewann 38 % seiner Zweikämpfe und sprintete nur dreimal schneller als 30 km/h – für ihn eine Art Gehtempo.
Die Zahlen sprechen lauter als der Name. Laut Daten von StatsPerform hat Ronaldo seit der EM 2024 nur noch jedes vierte Länderspiel als Starter beendet, in dem er getroffen hat. Dennoch bleibt er die feste Größe im Sturmzentrum. Die Konsequenz: Diogo Jota und Gonçalo Ramos beobachten von der Bank, während der Kapitän weitermacht wie ein Solokünstler ohne Passgeber.

Die stimmung kippt – und nicht nur im netz
In Lissabon mischten sich nach dem Abpfiff Pfiffe mit Applaus. Kurz darauf ging ein Video viral: Ein Häufchen kongolesischer Fans feierte zwischen tausenden Portugiesen lauthals den Ausgleich – ein Bild, das Martínez lieber nicht gesehen hätte. Die Botschaft ist eindeutig: Portugal ist nicht mehr nur Ronaldo plus zehn, sondern ein Team mit Rissen.
Der Trainer kann sich noch einmal retten, wenn er gegen Rumänien rotiert. Doch jede weitere Nicht-Auswechslung des Superstars wird als Akt der Selbstblockade gewertet. Die Uhr tickt – für Ronaldo und für Martínez. Am Ende entscheidet nicht die Historie, sondern der aktuelle Auftritt. Und der war dünn.
