Porto rollt an: vfb stuttgart trifft auf den drachen europas

Donnerstag, 18:45 Uhr, MHP-Arena – da kommt nicht irgendein Gegner. Der FC Porto landet mit nur einer Niederlage in 25 Pflichtspielen und einer Abwehr, die selbst Branchen-Insider aufhorchen lässt. 10 Gegentore in ganz Portugal, das ist kein Tippfehler. Das ist eine Kampfansage.

Mourinho-gen und meister-mentalität

Die Zahlen sind hart, doch die Seele des Klubs ist rauer. 30 Meistertitel, zwei europäische Pokale in Folge 2003/04 – damals mit dem „Spezialisten“ an der Seitenlinie. Seither ist Porto kein Favorit mehr, sondern ein Dauerbrenner, der sich jedes Jahr neu erfindet. Trainer Francesco Farioli hat aus der Defensive die DNA gemacht: 4-2-3-1, Ballbesitz als Waffe, kein Risiko vor dem eigenen Strafraum.

Die Stuttgarter dagegen hatten Mitte Februar erstmals seit Wochen spielfrei. Während sie taktische Varianten durchprobierten, lief Porto zweimal durch die Mangel: Pokal-Niederlage gegen Sporting, 2:2 im Clássico gegen Benfica. Körner verspielt? Fehlanzeige. Die Drachen stehen weiter vorne, weil sie sich nicht mit Einzelkönigen, sondern mit Kollektivpower schlagen. Sieben verschiedene Torschützen in 13 Europa-League-Treffern – wer braucht da noch einen Superstar?

Samu fällt aus, mora fährt auf

Samu fällt aus, mora fährt auf

Die Ausfallliste klingt trotzdem verletzend: Kreuzbandriss für Samu Aghehowa, 21 Jahre, 40-Millionen-Mann, Torschützenkönig der Liga. Weg bis Oktober. An seiner Stelle zündet Rodrigo Mora den Turbo. 18 Jahre, 39 Millionen Marktwert, drei Europa-League-Tore, unermüdliche 1-gegen-1-Qualitäten. Wenn er auf der halblinken Achse durchstartet, muss Waldemar Anton zweimal hingrätschen, um mitzukommen.

Für den VfB heißt das: Tempo drosseln, Flügel dichtmachen, Diagonalen unterbinden. Die Schwaben haben die jüngste Bundesliga-Offensive, doch Porto erlaubt kaum Ballverluste in der Vorwärtsbewegung. Wer den ersten Treffer kassiert, rennt gegen eine Mauer, die seit Januar nicht mehr wankte.

Die Rechnung ist simpel: Wer Porto schlägt, darf von der europäischen Königsclasse träumen. Wer verliert, darf sich auf eine schlaflose Nacht in der Liga vorbereiten. Der Drache atmet Feuer – und Stuttgart muss zeigen, ob es schon bereit ist für das internationale Feuerwerk. Die Uhr tickt, der Ball rollt, die Arena wird beben.