Iranische fußballerinnen fliehen nach asyl in australien – ihre stille hymnen-protest wird zum todesurteil
Fünf iranische Nationalspielerinnen haben in Australien humanitäre Visa erhalten, nachdem sie während des Asien-Cups mit stillem Protest vor der Nationalhymne das Regime in Teheran brüskiert hatten. Die Frauen fürchten bei einer Rückkehr Repressalien – und feierten die Asylzusage mit einem schallenden „Aussie, Aussie, Aussie“-Ruf in einem geheimen Brisbane-Hotel.
Stilles schweigen, laute folgen
Das Foto, das Innenminister Tony Burke am Montagmorgen veröffentlichte, ist ein Symbolbild ohne Tuch: Die fünf Fußballerinnen strahlen, das Kopftuch abgelegt, neben einem australischen Minister, der ihnen die Hand auf die Schulter legt. Sekunden zuvor hatten sie erfahren, dass Canberra sie nicht abschiebt. „Diese Frauen sind großartige Sportlerinnen und großartige Menschen“, sagt Burke – und meint: Sie werden nicht in ein Land zurückgeschickt, in dem Schweigen während der Hymne als Verrat gilt.
Der Zwischenfall war Anfang März passiert. Beim Auftaktspiel gegen Südkorea standen die Iranerinnen stumm, während die Hymne erklang. Konservative Meden im Iran brandmarkten die Geste sofort als „Anschlag auf die Revolution“. Am Airport Gold Coast versuchten Demonstranten daraufhin, den Mannschaftsbus zu blockieren – aus Angst, die Frauen könnten gezwungen werden, mitzufliegen. Eine Spielerin wurde in den Bus gezerrt, ein Bild voller Zerrissenheit.

Trump mischt sich ein – und zieht sich zurück
US-Präsident Donald Trump hatte die Lage zuvor auf seiner Plattform Truth Social hochgeschaukelt: „Australien begeht einen schweren humanitären Fehler, wenn es die Damen abschiebt. Die USA nehmen sie, wenn ihr nicht wollt!“ Später verkündete er triumphierend, Albanese habe zugesagt – obwohl die Entscheidung längst lief. Diplomaten in Canberra reagierten mit einem Augenrollen: Trumps Drohgebärde war weder Ursache noch Beschleuniger, nur zusätzlicher Druck.
Die australische Regierung hatte die Visa still und heimlich vorbereitet, um die Frauen nicht zu gefährden. Ministerpräsident Albanese bestätigte nun, weitere Teammitglieder könnten Asyl beantragen – „doch die Entscheidung liegt bei ihnen, wohl wissend, dass Familien im Iran unter Druck stehen“. Tatsächlich reisten viele Spielerinnen weiter, weil Angehörige zu Hause bedroht wurden.

Sportlich chancenlos, politisch laut
Im Turnier selbst war Iran chancenlos: 0:3 gegen Südkorea, 0:4 gegen Gastgeber Australien, 0:2 gegen die Philippinen. Doch die Niederlagen sind nur eine Fußnote. Die wirkliche Platzierung findet außerhalb des Rasens statt – in einem Hotelzimmer, wo fünf Frauen ihre Kopftücher ablegen und ein neues Leben beginnen. Die restliche Mannschaft flog zurück, Teheran schweigt offiziell. Trainerin Marziyeh Jafari sagte der Agentur AAP, sie wolle „bei meinem Land und den Iranern in meiner Heimat sein“. Die fünf, die blieben, werden das nie wieder ungestraft sagen können.
