Porto, genk, olomouc: drei deutsche klubs jagen heute den viertelfinale-traum

Ab 18:45 Uhr tickt die Europa-Uhr für VfB Stuttgart, SC Freiburg und Mainz 05 – und gleichzeitig für die deutsche Fußball-Reputation. Drei Achtelfinal-Hinspiele an einem Abend, drei Chancen, das Viertelfinale der europäischen Wettbewerbe zu erreichen. Der VfB muss dabei in Estádio do Dragón gegen Porto beweisen, dass seine Angriffsmaschine auch außerhalb der Bundesliga funktioniert.

Porto wartet mit einer angstmacht im angriff

Die Statistik? Keine beruhigt die Schwaben. Die Dragões schossen in der Gruppenphase zwölfmal und trafen jedes zweite Mal. Stuttgart-Coach Sebastian Hoeneß wird seine Viererkette umschubsen müssen, denn rechts hinten fehlt mit Josha Vagnoman der einzige echte Flügelverteidiger. Die Lösung heißt vermutlich: Silas links, Mittelstädt rechts – ein Umsteller, der die gesamte Offensive verlagert. Der VfB muss treffen, um nicht in der Rückspiel-Falle zu sitzen.

Die Zahl, die das Campo in Portugal erzittern lassen könnte: 15,9. So viele Schüsse pro Spiel bringt Stuttgart im Schnitt aufs Tor, mehr als jeder andere deutsche Klub in dieser Europa-League-Saison. Doch Porto hat in den letzten sieben Heimspielen nur zwei Gegentore kassiert – ein Spannungsbogen, der heute platzen will.

Freiburgs betonmauer trifft auf genks turbo-konter

Freiburgs betonmauer trifft auf genks turbo-konter

Während Stuttgart nach vorne schielt, reist Freiburg mit der besten Defensive des Wettbewerbs. Acht Spiele, vier Gegentore – das ist kein Zufall, sondern die Konsequenz aus Christian Streichs Religions-Übung: Lauf, Ordnung, Zweikampf. Genk wiederum ist das Team der Schnellstürme: 38 Prozent der Tore fielen nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte. Wer hier die Nerven behält, behält auch den Traum vom Viertelfinale.

Die belgische Presse titelt bereits vom „Duell der Gegensätze“. Freiburg will das Tempo drosseln, Genk es erhöhen. Die Wetterlage liefert dazu den passenden Film: 5 Grad, leichter Regen – ein Klima, das dem Breisgauer Laufkultur entgegenkommt. Die Frage lautet nicht, ob Genk ein Tor schießt, sondern wann Freiburg den ersten Konter landet.

Mainz 05 muss in olomouc geschichte umschreiben

Die Conference League gilt manchen Zweitklassikern, doch für den FSV Mainz ist sie ein Ticket in die Geschichtsbücher – noch nie stand der Klub in einem europäischen Viertelfinale. Gegner Sigma Olomouc ist unbequem: in der Gruppenphase blieb das tschechische Team ohne Niederlage, kassierte nur drei Tore. Trainer Bo Henriksen schickt seine Rheinhessen mit der Marschroute „Tor früher, Tor zweimal“ in die Partie, denn ein 0:0 wäre ein gefährliches Gut für das Rückspiel in der Mewa-Arena.

Die besondere Motivation für die 05er: ein Sieg bringt nicht nur das Viertelfinale, sondern locker auch rund 1,5 Millionen Euro an Prämie plus Zuschlag – Geld, das in Mainz schon für die nächste Transferperiode eingeplant ist. Die Rechnung ist simpel: gewinnen, kassieren, weitermachen.

In sieben Tagen folgt die Rückspiel-Runde, doch schon heute entscheidet sich viel. Drei Klubs, drei Auswärtsspiele, ein gemeinsames Ziel: das Viertelfinale. Wer die Nerven behält, darf im April noch von Europa träumen. Wer verliert, darf sich auf die Bundesliga konzentrieren – und die ist bekanntlich gnadenlos genug.