Porsche elektrisiert das suv: der neue cayenne turbo schlägt mit 1033 ps ein wie ein blitz
2,5 Sekunden. Mehr nicht. Dann fliegt der 2,7 Tonnen-Koloss mit fast fünf Metern Länge auf 100 km/h und reißt mir die Schlagzeile aus der Tastatur. Der Cayenne Turbo Electric ist da – und er ist kein Öko-SUV, sondern ein Rohr, das jeden Zweifler in Grund und Boden beschleunigt.
Porsche schickt sich an, die schneise noch tiefer zu ziehen
2002 musste der erste Cayenne die Marke retten, 2024 soll das neue Elektro-Modell die DNA neu justieren: mehr PS als ein 911 GT2 RS, mehr Reichweite als jeder Strom-SUV aus Ingolstadt oder München. 642 Kilometer WLTP, 400 kW Ladegeschwindigkeit, 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent – das sind keine Marketing-Zahlen, sondern ein Schachzug gegen die Langstrecken-Angst. Und ja, die induktive Ladestation im eigenen Carport kommt serienmäßig mit, Kabel ade.
Dabei bleibt der Brite in mir skeptisch: Elektro-Gewichte frisieren Kurven, sie schleudern nicht, sie gleiten. Porsche kontert mit Porsche Active Ride. Die Karosserie bleibt selbst beim harten Einlenken so still, als stünde sie auf dem Betonboden meiner Redaktion. Hinterachs-Lenkung bis fünf Grad, Luftfederung, die das Auto 55 Millimeter anhebt, wenn der Untergrund plötzlich aus Schlamm und nicht aus Asphalt besteht – so wird ein SUV plötzlich zum Spielzeug für Erwachsene, die gern kurz vor dem Wald ein Power-Update einspielen.

Barverkauf der seele? nein, die seele bleibt im fond
Die Preise starten bei 108 296 Euro, klettern auf 169 124 Euro für den Turbo. Teuer? Klar. Doch wer schon einmal einen Cayenne Turbo besaß, weiß: Die Wertstabilität ist ein Eigenkapital, das sich selbstständig verzinst. Und für die, die jetzt aufheulende Auspuffe vermissen: Porsche bestätigt, dass Benziner weiterleben. Kein Abschied, nur eine Extravaganza auf der Strom-Leinwand.
Ich habe den Turbo Electric auf der Rennstrecke und durch matschige Waldwege geschickt. Er schlägt sich wie ein Leichtathlet, der zufällig in einem Gewichtheber-Körper steckt. Die Karbon-Keramik-Bremse biss bei 260 km/h kein einziges Mal unkontrolliert zu, die Regeneration liefert bis zu 600 kW – Motorsport-Niveau für den Einkaufszettel. Die Antwort der Pilotin auf meine Frage nach dem größten Aha-Erlebnis: „Die Bremse.“ Punkt. Kein Marketing-Sprech, nur Respekt.

Der countdown läuft, der verkauf auch
Die ersten Cayenne Electric stehen bereits bei den Händlern, die Lieferzeiten sind diesmal nicht jahrelang, weil Porsche die Zellfertigung hochskaliert hat. Die Wolfsburger Konkurrenz schaut auf 800-Volt-Architektur und schüttelt den Kopf – zu teuer, zu komplex. Porsche rechnet mit 20 Prozent Cayenne-Anteil am Gesamtabsatz 2025. Eine mutige Prognose, doch wer einmal die 1033 PS über die Landstraße gejagt hat, versteht: Danach will man nicht mehr zurück.
Der Elektro-Cayenne ist kein Kompromiss, er ist eine Drohkulisse für alle, die dachten, ein SUV könne nicht gleichzeitig Familien-Auto und Rennmaschine sein. Die Zeit der Entschuldigungen ist vorbei. Jetzt heißt es: anstecken, wegdamen, lächeln. Und vergessen Sie nicht, den TÜV-Termin früh zu buchen – die Prüfer wollen auch mal Spaß haben.
