Pöltl: raptors attackieren den titel – egal was die welt sagt!
Toronto – Jakob Pöltl hat in der NBA-Playoff-Atmosphäre Feuer im Bauch. Mit den Toronto Raptors geht der österreichische Center selbstbewusst in die Serie gegen die Cleveland Cavaliers, auch wenn die Experten den Kanadiern kaum eine Chance geben. Doch Pöltl und sein Team wollen anders spielen – und zwar direkt auf den Titel.
Keine vorsichtigen schritte, sondern ein angriff
Anders als viele Teams, die Playoff-Erfahrung als Lernprozess sehen, verfolgen die Raptors einen radikal anderen Ansatz. „Wir sehen das nicht so als Schritt für Schritt, dass wir uns mit unseren ersten Play-off-Erfahrungen auf die kommenden Jahre vorbereiten, wo wir dann den Titel attackieren wollen“, erklärte Pöltl bei einem Medientermin. „Nein, wir attackieren dieses Jahr. Wir wollen dieses Jahr den Titel gewinnen, weil wer weiß, was nächstes Jahr sein wird.“ Diese unmissverständliche Ansage zeigt, dass die Raptors nicht vorhaben, sich mit der Rolle des Underdogs abzufinden.
Die Indiana Pacers haben im Vorjahr bewiesen, wie schnell sich die Kräfteverhältnisse in der NBA ändern können. Ein junges Team schaffte es bis ins Finale und war nur knapp vom ganz großen Coup entfernt. Pöltl scheint sich davon inspirieren zu lassen und glaubt fest daran, dass auch die Raptors eine Überraschung schaffen können.
Die Erfahrung der Cavaliers ist ein Faktor, aber keine Entschuldigung. „Natürlich ist die Erfahrung ein Faktor. Das ist einfach die Realität, wir werden damit leben müssen“, räumte Pöltl ein. „Das heißt aber nicht, dass wir mit einem Spiel Rückstand in die Serie reingehen. Wir attackieren die Serie.“ Mit Routinier James Harden in den Reihen der Cavaliers sind die Raptors vor eine schwere Aufgabe gestellt. Harden, der in der regulären Saison 27,9 Punkte pro Spiel erzielte, jagt seinen ersten Meisterring.
Auch die Duell unter dem Korb mit Jarrett Allen und Evan Mobley versprechen ein intensives Kräftemessen. „Das sind zwei sehr talentierte, sehr athletische Spieler“, so Pöltl. „Ich glaube aber, dass wir ganz gute Matchups gegen sie haben.“
Die Raptors haben zwar alle drei Duelle im Grunddurchgang gegen die Cavaliers gewonnen, doch diese fanden vor Clevelands Tauschgeschäft für Harden statt. Der deutsche Guard Dennis Schröder, seit Februar bei den Cavaliers, wird ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Pöltl kündigte an, mit Schröder „mehr antworten und weniger herausfordern“ zu wollen – ein deutlicher Hinweis auf die Vergangenheit der beiden als Teamkollegen.

Mentale stärke als schlüssel zum erfolg
Die Raptors wollen ihrer Identität treu bleiben und mit schnellem Spiel und starker Defense dagegenhalten. Spielmacher Immanuel Quickley ist für das erste Spiel fraglich, doch mit Scottie Barnes, Brandon Ingram und RJ Barrett stehen weitere starke Waffen zur Verfügung. Pöltl betonte die Bedeutung der mentalen Stärke: „Wir haben sehr oft sehr viel mentale Stärke bewiesen. Das ist auf jeden Fall etwas, das uns in den Play-offs helfen kann.“ Die Play-off-Atmosphäre wird intensiver sein, die Physis stärker, aber Pöltl ist bereit: „Die gröberen Probleme, die ich verstreut über die Saison hatte, sind eigentlich alle gut verheilt.“
Die Raptors gehen mit dem klaren Ziel in die Play-offs: jede Serie gewinnen, ins Finale einziehen und die Meisterschaft erringen. Alles andere wäre, wie Pöltl betont, fehl am Platz.
