Serie a ballt sich hinter malagò: 18 klubs liefern sich machtdemo
Um 11.30 Uhr schlägt in Mailand die Stunde der Macht. 20 Präsidenten, keine Videoschalten, kein Ausweichen – nur harte Abstimmung. Giovanni Malagò steht vor der Jahrhundert-Absegnung: 17, vielleicht 18 Erstligisten wollen den Ex-Coni-Chef auf den Thron der Figc bugsieren. Ein Quorum, das selbst die zersplitterte Liga selten zusammenbringt.

Cairo liefert die fanfare – lotito bleibt im hinterhalt
Urbano Cairo gab das Signal am Morgen bei Sky. „Ich schätze Giovanni, er ist hochkompetent, hat beim Coni brilliert – warum nicht auf ihn setzen?“ Der Toro-Boss redete sich in Rage, während sich hinter den Kulissen die nächsten Klubs andockten. Noch hört man Claudio Lotito pfeifen, doch der Laziale dürfte maximal zwei Mitstreiter mitreißen. Die Mehrheit ist längst gegessen.
Der Countdown läuft. Noch hat die Liga Zeit bis 13. Mai, um einen offiziellen Kandidaten zu küren. Doch wer jetzt schon so früh das Feld einnimmt, dem winkt im Juni im Bundesrat ein beinahe schon sicheres Votum aller Fußball-Familien. Seit 2001, als Franco Carraro das letzte Mal ein A-Klub-Mann war, stand kein Serie-A-Gesicht mehr an der Spitze des italienischen Fußballs.
Malagò trägt die perfekte Visitenkarte: 40 Medaillen in Paris, mehr Gold als in Tokio, ein Netzwerk, das bis ins Parlament reicht. Die Klubs wollen mehr: Steuererleichterungen für Nachwuchs und Stadien, Werbefreiheit für Wettanbieter, Anteile aus dem Sportwetten-Topf. Malagò signalisiert Zugewandtheit, die Regierung – sprich Vizepremier Matteo Salvini – pfeift aus dem letzten Loch: „Ich würde gern neue Gesichter sehen.“
Doch die Serie A hat sich entschieden. Kein Experiment, kein Zögern. Wer 18 von 20 Stimmen vereint, der spaltet nicht – der erobert. Und so reisen die Bosse nach Mailand, um Geschichte zu schreiben und einem alten Sympathieträger den Weg nach Rom zu ebnen. Das Ergebnis steht, bevor die Tagesordnung beginnt. Alles andere wäre eine Sensation – und die hat der italienische Fußball gerade nicht mehr auf dem Programm.
