Olympia 2036: dosb hält trotz hamburg-nein an deutschland-bewerbung fest
Ein Dämpfer für die Hamburger Olympiabewerbung – doch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sieht sich keineswegs entmutigt. Trotz des klaren Votums gegen die Spiele in der Hansestadt hält der DOSB an der Hoffnung fest, dass Deutschland 2036, 2040 oder 2044 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele sein könnte. Die Entscheidung der Hamburger Bürgerinnen und Bürger wird zwar kritisch hinterfragt, doch der DOSB sieht in den Ergebnissen auch Chancen.

Die hamburger ablehnung im kontext
„Was wir in Hamburg gesehen haben, ist eine Ablehnung der Spiele in Hamburg, nicht aber eine generelle Ablehnung von Olympischen Spielen in Deutschland“, erklärte DOSB-Präsident Thomas Weikert in einem Interview. Er verweist auf die Ergebnisse der 19 von 20 Referenden, die in den Rahmen der Bewerbung durchgeführt wurden und eine Zustimmung zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland ergaben. Die Zahl spricht für sich: 60 Prozent der abgegebenen Stimmen, unter Berücksichtigung der Wahlbeteiligung, hätten der Bewerbung zugestimmt. Dies, kombiniert mit breiter politischer Unterstützung in Berlin und Rostock-Warnemünde, zeige weiterhin ein deutliches Signal.
Die Wahlbeteiligung in Hamburg lag bei 49,5 Prozent, wobei 54,9 Prozent (357.911 Stimmen) gegen eine Olympiabewerbung gestimmt hatten. Das Ergebnis übertrifft sogar die Ablehnung von 2015 (51,6 Prozent). Doch Weikert verteidigt das System der Bürgerentscheide. „Ja, denn es zeigt, dass es richtig war, den Bewerbern die Möglichkeit zu geben, Referenden und andere Beteiligungsformate durchzuführen“, so der DOSB-Präsident. Anders als 2015 stehen Deutschland nun drei starke Bewerber zur Auswahl.
Was niemand betrachtet: Die Stärke der deutschen Sportlandschaft. Trotz einzelner Rückschläge bleibt die Infrastruktur und die Leidenschaft für den Sport intakt. Die drei Bewerberstädte – Düsseldorf, Stuttgart und München – haben ihre Konzepte bereits verfeinert und sind bereit, die Herausforderungen anzunehmen. Die Entscheidung liegt nun bei der Regierung, die die finale Bewerbung unterstützen muss. Die Zeichen stehen gut, dass Deutschland wieder eine ernstzunehmende Option für die Olympischen Sommerspiele darstellt.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass eine Bewerbung für Olympische Spiele nicht nur eine sportliche, sondern auch eine politische und gesellschaftliche Angelegenheit ist. Der DOSB hat aus den Fehlern von 2015 gelernt und setzt nun auf Transparenz und Bürgerbeteiligung. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen und Deutschland als Gastgeber für die Olympischen Sommerspiele zu positionieren.
