Nach fünf jahren exil: äthiopiens nationalteam endlich wieder daheim

Das Land, das einst die Schwarzen Löwen schmückte, darf wieder brüllen. Nach 1.826 Tagen im Ausland kehrt Äthiopiens Fußball-Nationalmannschaft am 31. März ins Stadion von Dire Dawa zurück – und damit in ein Stück Heimat, das man ihr lange verweigerte.

Der banale grund für das jahrelange exil

Seit 2021 schlug das ostafrikanische Land seine Zelte in Dschibuti, der Elfenbeinküste oder Ruanda auf. Die Gründe waren weder politisch noch pandemisch, sondern schlicht: kein Rasen, keine Flutlichtanlage, keine Toiletten. Die CAF schüttelte jedes Mal den Kopf, wenn Prüflisten durch die Kabinen wanderten.

Nun genehmigte der afrikanische Verband die Arena in Dire Dawa – nach einem Sommer, in dem Arbeiter Beton schälten, Kabel verlegten und Tribünen flickten, als gälte es, ein Fassungsvermögen von 18.000 Menschen neu zu erfinden. Die Stadtverwaltung stellte Geld locker, der Verband schickte Ingenieure, die FIFA schickte Tablets. Am Montag flatterte das Zertifikat ins Hauptquartier der Ethiopian Football Federation (EFF).

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Der Gegner im Rückspiel der Afrika-Cup-Qualifikation klingt nach Urlaubsparadies, spielt aber wie ein Abstiegskandidat. Für Äthiopien geht es um nichts weniger als Selbstrespekt: wer daheim nicht gewinnt, fliegt vor eigenem Publikum raus. Die Qualifikation endet ohnehin eng – drei Punkte trennen Platz eins von vier.

Der Afrika Cup 2027 rückt damit in greifbare Nähe. Kenia, Tansania und Uganda haben sich die Dreier-Kooperation ausgedacht, doch die Tickets sind noch offen. Für Äthiopien wäre die Teilnahme nach neun Jahren Abstinenz ein Signal: wir sind zurück – und diesmal nicht nur auf dem Papier.

Die Fans jedenfalls haben schon geplant. Busse werden gemietet, Trommeln aus dem Keller geholt. In Dire Dawa wird am 31. März nicht nur ein Spiel stattfinden, sondern ein kleines Fest der Wiedergenesung. Und wenn die Schwarzen Löwen dann tatsächlich brüllen, wird das Brummen weit über Ostafrika hinaus zu hören sein.