Montella kämpft: türkischer coach verteidigt sein team nach dem wm-aus!

Los Angeles – Nach dem enttäuschenden Ausscheiden der türkischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA hat Nationaltrainer Vincenzo Montella mit Nachdruck auf eine Geschlossenheit der Mannschaft und des Volkes gedrängt. In einer emotionalen Pressekonferenz ließ er es an deutlichen Worten fehlen und verteidigte sein Team vehement gegen vermeintliche unfaire Kritik.

Yildiz entschuldigt sich beim türkischen volk

Yildiz entschuldigt sich beim türkischen volk

Die Stimmung im SoFi Stadium war angespannt, als Montella die Medienkonferenz eröffnete. Bevor er auf die Fragen der Journalisten antwortete, nutzte er die Gelegenheit, um sich und seine Spieler zu verteidigen. „Diese Fußballer verdienen viel mehr Respekt, als sie in den letzten Tagen erhalten haben“, betonte der Coach. „Sie sind der Stolz und die Söhne eines Landes – meine Söhne und eure Söhne. Sie müssen verteidigt werden.“

Auch Kenan Yildiz, der Stürmer von Juventus Turin, äußerte sich zu den Ereignissen. „Das Ergebnis hat uns sehr enttäuscht, aber wir haben gut gespielt, auch wenn es so geendet hat“, sagte er. „Wir entschuldigen uns beim ganzen Land. Wir haben alles versucht, aber der Ball ist nicht reingegangen.“

Montella ließ keinen Zweifel daran, dass er trotz des Ausscheidens an seiner Mission festhält. „Ich dimittiere nicht und gebe nicht auf“, erklärte er kämpferisch. „Ich habe noch die Energie, den Enthusiasmus und eine noch größere Panzerplatte. Und ich habe die Unterstützung des Verbandes.“ Er wies darauf hin, dass die türkische Nationalmannschaft in mehreren statistischen Kategorien führend sei, beispielsweise bei den Torschüssen im gegnerischen Strafraum. „Wir waren es, die in den letzten beiden Spielen so viele Schüsse abgegeben haben. Wenn auch nur einer von den 61 Schüssen reingegangen wäre, würden wir jetzt eine andere Geschichte erzählen.“

Ein besonderer Fokus lag auf den schwierigen Bedingungen, unter denen das Team an die Weltmeisterschaft anreiste. Viele Spieler seien nicht in Topform gewesen, darunter auch Yildiz, Calhanoglu und Arda Guler. „Auch sie haben mir alles gegeben, und ich werde sie dafür immer danken“, sagte Montella. „Ich würde sie 1000 Mal wieder spielen lassen.“

Die kommende Verbandsversammlung in Istanbul im Juli wird über die Zukunft von Montella entscheiden. Doch der Trainer blickt bereits nach vorne. „Ich habe die leidenden und verletzten Gesichter meiner Jungs gesehen, aber mit vielen von ihnen haben wir noch Ziele vor Augen: die Nations League und dann eine neue Europameisterschaft, bei der wir hoffentlich besser abschneiden als beim letzten Mal, als wir das Viertelfinale erreichten. Aber wir brauchen die Hilfe von allen. 24 Jahre ohne Weltmeisterschaft – hat die Türkei endlich verstanden, dass nur die Einheit uns hilft?“

Die Enttäuschung ist groß, doch Montellas Kampfgeist und die Entschuldigung von Yildiz zeigen: Der türkische Fußball will sich nicht geschlagen geben. Es bleibt abzuwarten, ob die Einheit und der Zusammenhalt, die Montella so vehement fordert, tatsächlich gelingen werden. Die kommenden Aufgaben werden zeigen, ob die türkische Nationalmannschaft aus dieser bitteren Erfahrung gelernt hat.