Malagò auf dem weg zum neuen fußball-boss: die entscheidung in rom!

Rom – Die Zukunft des italienischen Fußballs wird heute entschieden. Im luxuriösen Rome Cavalieri-A Waldorf Astoria Hotel treffen sich 273 Delegierte der sechs Komponenten der FIGC, um einen neuen Präsidenten zu wählen. Nach fast acht Jahren unter Gabriele Gravina, die mit dem verpassten WM-Ticket endeten, steht die Branche vor einem Neuanfang – und Giovanni Malagò gilt als der klare Favorit.

Ein machtkampf zwischen erfahrung und basis

Ein machtkampf zwischen erfahrung und basis

Die Wahl ist eng umkämpft, doch die Karten liegen offen: Malagò, der erfahrene Ex-Präsident des italienischen Sportausschusses (CONI), bringt eine solide Mehrheit von über 56 Prozent mit. Diese Unterstützung basiert auf den Zusagen der Serie A, Serie B und eines Großteils des Profifußballs. Sein Herausforderer, Giancarlo Abete, der aktuelle Präsident der Lega Nazionale Dilettanti und bereits von 2007 bis 2014 Präsident der FIGC, setzt stärker auf die Bedürfnisse des Basis-Fußballs und eine engere Zusammenarbeit mit der Regierung.

Die Programmatik der Kandidaten zeigt einige Überschneidungen. Beide wollen die Förderung junger Talente und die Stärkung der Nachwuchsleistungszentren vorantreiben – mit möglichen Steuererleichterungen und einer Reform des Sportarbeitsrechts. Malagò will außerdem die Transfers zwischen italienischen Klubs attraktiver gestalten, indem er die Mehrwertsteuer berücksichtigt. Abete hingegen drängt auf eine Reform der Liga-Struktur, während Malagò auf strengere Lizenzbedingungen setzt, um die finanzielle Stabilität der Vereine zu gewährleisten – ein Vorschlag, der auch von der Spielergewerkschaft Aic befürwortet wird.

Die Meinungsverschiedenheiten gehen jedoch über rein wirtschaftliche Fragen hinaus. Malagò betont die Notwendigkeit eines konstruktiven Dialogs mit der Regierung, ohne dabei die Autonomie des Verbands aufzugeben. Abete hingegen sieht eine enge Abstimmung mit den staatlichen Institutionen als Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderungen des italienischen Fußballs. Die Delegierten werden in drei Wahlgängen entscheiden, wobei jede Komponente einen anderen Einfluss hat: Die Serie A hat 18 Prozent der Stimmen, die Serie B sechs, die Lega Pro zwölf, die Lega Nazionale Dilettanti 34 Prozent, die Associazione Italiana Calciatori 20 Prozent und die Associazione Italiana Allenatori 10 Prozent.

Die Entscheidung in Rom ist mehr als nur die Wahl eines neuen Präsidenten. Es ist ein entscheidender Moment für den italienischen Fußball, der die Weichen für die nächste Ära stellen wird. Die Frage ist, ob die Erfahrung und das institutionelle Gewicht Malagòs oder die Basisorientierung Abetes die Zukunft des Sports prägen werden. Die Antwort wird heute Abend gegeben.