Mattarella sichert finalbesuch ab – panatta überreicht 50 jahre nach seinem rom-triumph
Sergio Mattarella wird am Sonntag um 17 Uhr auf der Tribüne des Foro Italico sitzen. Punkt. Ob Jannik Sinner dabei ist oder nicht, spielt für den Staatspräsidenten keine Rolle – er will das Finale der Internazionali d’Italia live erleben.
Und er wird nicht alleine jubeln. Neben ihm: Adriano Panatta, der letzte italienische Sieger in Rom, bereit, der Nachfolgerin oder dem Nachfolger den Pokal in die Hand zu drücken – exakt ein halbes Jahrhundert, nachdem er selbst die Tennishistorie schrieb.
Ein präsident, der nicht nur zuguckt
Rom sieht Mattarella nicht zum ersten Mal. 2023 schon schüttelte er im Regen die Hände der Profis, applaudierte sich die Finger wund und ließ sich sogar von Flavio Cobolli einen Scherz über den Pokal erzählen – „Ich glaube, das ist nur die Kopie“, lachte der Präsident. Diese Lockerheit ist kein PR-Gag. Sie ist Teil seines Politikverständnisses: Sport als sozialer Kitt, als Lehrstück für Respekt und Durchhaltevermögen.
Deshalb empfängt er auch nicht nur Sieger im Quirinal. Auch Athleten, die knapp scheiterten oder sich für Fairplay einsetzten, bekommen seine Anerkennung. Die Botschaft: Zählen tut der Weg, nicht nur der Pokal.

Darderi sorgt für italienischen pulsschlag
Die Chance auf eine echte italienische Final-Party lebt. Luciano Darderi hat in der Nacht auf Freitag die Semifinals geknackt und trifft nun auf Casper Ruud. Sollte der 22-jährige Pateer den Norweger ärgern, wäre Mattarella live dabei, wenn er am Sonntag erneut aufsteht – diesmal vielleicht, um lautstark die Hymne zu singen.
Für Sinner, der auf halbem Weg stand, wäre es der nächste Schritt auf dem Weg zur Nummer eins der Welt. Doch selbst ohne den Südtiroler bleibt das Centrale ein Kessel. 10.500 Zuschauer, ein Präsident, eine lebende Legende und der Traum von einem italienischen Champion – mehr Dramatik geht nicht.
Die Uhr tickt. Noch 48 Stunden, dann entscheidet sich, ob Panatta den Pokal an einen Landsmann oder eine internationale Größe übergeben darf. Einer wird auf jeden Fall dabei sein: Sergio Mattarella. Er wird wieder aufstehen, applaudieren und vielleicht sogar brüllen. So wie wir alle, wenn ein neues Kapitel italienischer Tennisgeschichte geschrieben wird.
