La roja jagt schweizer brüder: reichmuths vor chile-debüt
Chile sucht sich seine Nationalspieler jetzt in der Super League zusammen. Die Brüder Miguel und Nils Reichmuth stehen offenbar kurz vor einem Aufgebot für La Roja – und das ist kein Gerücht, sondern eine Delegation auf dem Weg in die Schweiz.
Vom kontinent-dominator zum talentjäger in der schweiz
Wer sich noch an die chilenische Nationalelf von 2015 und 2016 erinnert, denkt an Arturo Vidal, Alexis Sánchez, zwei Copa-América-Titel in Folge. Das war einmal. Nach dem letzten Platz in der jüngsten WM-Qualifikation kratzt der chilenische Verband jetzt am Boden – und schaut dabei überraschend weit nach Norden. Die Lösung soll aus dem Schweizer Mittelfeld kommen.
Durch ihre chilenische Mutter besitzen beide Reichmuth-Brüder die Spielberechtigung für Südamerika. Das reicht dem Verband offenbar als Grundlage, um eine Delegation persönlich in die Schweiz zu schicken. Vor den Testspielen gegen Kap Verde und Neuseeland Ende März sollen Verantwortliche beide Mittelfeldakteure live beobachten – und von einem Engagement überzeugen.

Nils führt die tabelle an, miguel hält sich beim fcz
Nils Reichmuth läuft beim FC Thun auf, dem aktuellen Tabellenführer der Super League. Sein Platz in der Startelf ist nicht immer garantiert, aber die Punkte stimmen. Miguel Reichmuth beim FC Zürich ist gesetzter, steht regelmäßig auf dem Platz. Zwei Brüder, zwei Vereine, eine gemeinsame Mutter – und nun womöglich bald ein gemeinsames Nationaltrikot.
Die chilenischen Medien haben die Geschichte längst aufgegriffen. Und wer den Ernst der Lage kennt, in der sich La Roja sportlich befindet, versteht, warum ein Verband plötzlich Mittelfeldspielern aus der Schweizer Liga nachjagt. Es ist keine Verzweiflung – es ist Pragmatismus. Brutaler, notwendiger Pragmatismus.
Für mich als Beobachterin der Schweizer Fußballszene ist das ein Moment, der zeigt, wie weit die Strahlkraft der Super League reicht. Dass ausgerechnet Thun und Zürich den nächsten chilenischen Nationalspieler stellen könnten, hätte vor einem Jahr niemand für möglich gehalten. Die Delegation kommt. Der Rest liegt an den Brüdern selbst.
