Handball-schock in kiel: finale verpatzt, champions league verpasst!
Die Arena verstummte. Während in Melsungen die Party entbrannte, saß Filip Jicha, der Trainer des THW Kiel, mit einem Gesicht wie aus Stein auf dem Podium. Der Traum von einem internationalen Titel, der erste seit dem Champions-League-Sieg 2020, zerplatzte in einer dramatischen Finalpartie der EHF European League. 23:24 – eine knappe Niederlage gegen den Liga-Konkurrenten Melsungen, die weitaus mehr als nur einen Titel kostete.

Die bittere wahrheit: kein königsklassen-gastgeber
Doch das verlorene Endspiel war nur die halbe Wahrheit. Viel schwerer wog für den Rekordmeister die Erkenntnis, dass die kommende Saison ohne den THW in der Königsklasse über die Bühne gehen wird – zum dritten Mal in Folge. Ein Schock für den Verein, die Stadt und die Fans. Geschäftsführer Viktor Szilagyi drückte die Enttäuschung offen aus: „Wir hatten noch eines unserer Saisonziele erreichen können, das haben wir nicht.“
Nationalspieler Rune Dahmke sprach von einem „Paket-Schmerz“. „Die Champions League-Qualifikation stand über allem. Das hätte dem Verein und uns und der Stadt extrem viel bedeutet“, erklärte er. Das Gefühl der Enttäuschung machte sich breit, denn der Pokal war bereits verpasst und in der Liga kämpft man um einen Platz im oberen Mittelfeld. Die Saison ohne Titel wird für den ambitionierten Verein zu einer Zäsur.
Lukas Zerbe, Rechtsaußen des THW, brachte die Stimmung auf den Punkt: „Wir spielen beim THW Kiel und wollen immer um Titel mitspielen, deswegen tut es extrem weh, dass wir das Finale verloren haben.“ Die Melsunger hingegen feierten ausgelassen den ersten Titel der Klub-Historie und dürfen sich nun auf den Einzug in die Champions League freuen. Nebojsa Simic, der Held des Finales, war sprachlos: „Ich fühle mich überragend und habe tausend Emotionen in mir. Ich habe geweint, gefeiert und bin in ein paar Minuten wahrscheinlich besoffen. Diesen Tag werde ich nie vergessen.“
Die Niederlage wirft einen langen Schatten auf den THW Kiel. Die Fans sind geschockt, die Mannschaft demoralisiert. Es gilt nun, die Scherben zusammenzukehren und einen neuen Weg einzuschlagen. Denn eines ist klar: In Kiel schläft niemand auf seinen Lorbeeren.
