Fußball-em-rassismus: 60-jähriger für hass gegen jess carter verurteilt

Sechs Wochen auf Bewährung und vier Jahre Stadionverbot – das ist das Urteil gegen einen englischen 60-Jährigen, der Europameisterin Jess Carter während der EM in der Schweiz rassistisch beschimpfte. Die Nachrichten landeten nicht bei ihr, sondern bei ihrer Verlobten Ann-Katrin Berger, deutscher Nationaltorhüterin. Der Mann schickte die Hass-Beiträge über TikTok, das Gericht in Chester sah die Tat als „grobe Beleidigung über ein öffentliches Netzwerk“ erwiesen.

Der tiktok-account wurde zur beweisquelle

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Die Staatsanwaltschaft konnte zwei Videos eindeutig dem Beschuldigten zuordnen. In ihnen zielte er nicht nur auf Carter, sondern auch auf ihre Beziehung zu Berger ab. Die 28-jährige Abwehrspielerin hatte wenige Wochen zuvor mit dem englischen Nationalteam den EM-Titel verteidigt; Berger stand im Kader der DFB-Auswahl. Beide Frauen spielen seit 2023 beim US-Champion Gotham FC – eine Tatsache, die den Täter offenbar zusätzlich provozierte.

Der FA zeigte sich nach dem Urteil erleichtert: „Wir werden jeden Fan, der derartige Nachrichten verschickt, zur Rechenschaft ziehen.“ Die Spielerin selbst schweigt öffentlich, doch laut Klagevertreter haben Carter und Berger die Strafe als „wichtiges Signal“ begrüßt. Die Bewährungszeit läuft zwölf Monate, das Stadionverbot gilt europaweit – auch für Länderspiele und Club-Festspiele.

Die Geschichte zeigt: Selbst ein anonym wirkender Account hinterlässt digitale Fingerabdrücke. Die britische Polizei hob die IP-Daten, TikTok lieferte Nutzerdaten binnen 48 Stunden. Für den 60-Jährigen bedeutet das jetzt nicht nur juristische Konsequenzen, sondern auch den sofortigen Verlust seiner Dauerkarte beim FC Chester, die ihm seit 1998 gehörte. Das Gericht ließ keinen Einspruch zu.