Rassistische hetze gegen em-heldin jess carter: 60-jähriger muss sich vor gericht verantworten

Ein 60-jähriger Engländer ist am Mittwoch zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden, weil er Europameisterin Jess Carter während der Frauen-EM in der Schweiz rassistisch beschimpft hat. Das Gericht sprach von gezielter Hetze gegen die 28-jährige Nationalspielerin – und verhängte neben der Bewährungsstrafe von sechs Wochen ein vierjähriges Stadionverbot.

Die nachrichten trafen carter mitten im titelrennen

Carter, die mit Gotham FC in den USA kickt und bislang 52 Länderspiele für England bestritten hat, erfuhr während des Turniers von den Hassbotschaften. Der Täter hatte über Tiktok zwei rassistische Beitrage an die Verlobte von Ann-Katrin Berger, deutscher Nationaltorhüterin und ebenfalls Gotham-Profiteurin, verschickt – mit Carter als Zielscheibe. Richter Mark Wall ließ kein Blatt am Mund: „Sie haben sie nur deshalb angegriffen, weil sie eine schwarze, erfolgreiche Fußballerin ist.“

Die Folgen für Carter waren nicht nur digitale Belästigung. Laut Gerichtsakte litt sie unter massiven Schlafstörungen und Angstzuständen, die ihre Leistung während des Turniers beeinträchtigten. England gewann trotzdem die EM – ein Triumph, der nun mit einem juristischen Sieg über rassistische Gewalt gekrönt wird.

Fa reagiert mit harter linie

Fa reagiert mit harter linie

Der englische Verband FA begrüßte das Urteil sofort. „Jede Form von Rassismus hat im Fußball keinen Platz“, erklärte Vorstandsvorsitzende Debbie Hewitt. „Wir werden weiterhin mit Polizei und Plattformen zusammenarbeiten, um Täter auszuforschen und zu verurteilen.“

Neben dem Stadionverbot muss der Rentner 80 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und 275 Euro an Gerichtskosten und Entschädigung zahlen. Als zusätzlicher Kniff: Er darf vier Jahre lang keine Tickets kaufenweder online noch an der Tageskasse. Die Verteidigung hatte geltend gemacht, der Angeklagte pflege seine epileptische Tochter. Das Gericht ließ dies jedoch nur als mildernden Faktor einfließen.

Die Geschichte endet nicht mit einem Freispruch, sondern mit einem klaren Signal: Wer Fußballerinnen wegen ihrer Hautfarbe attackiert, landet vor Gericht – und verliert.