Flugchaos droht: europa könnte in sechs wochen ohne jet-treibstoff dastehen!

Ein alarmierender Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) wirft einen Schatten auf die europäische Luftfahrt. Fatih Birol, der Exekutivdirektor der IEA, warnte vor möglichen Treibstoffengpässen, die bereits in sechs Wochen eintreten könnten. Die Abhängigkeit Europas von Importen aus dem Nahen Osten, insbesondere Saudi-Arabien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten, macht die Situation prekär.

Die zahlen lügen nicht: 75 prozent des jet-treibstoffs kommen aus dem golf

Die zahlen lügen nicht: 75 prozent des jet-treibstoffs kommen aus dem golf

Während Europa nur etwa 10 Prozent seines gesamten Ölbedarfs und 4 Prozent seines Erdgasbedarfs aus dem Stretto di Hormuz bezieht, ist die Lage beim Kerosin (Avio, Jet A-1) dramatisch anders. 75 Prozent des in Europa verbrauchten Jet-Treibstoffs werden aus den Raffinerien im Nahen Osten importiert. Diese Konzentration birgt ein enormes Risiko, insbesondere angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen im Golf.

Die Europäische Kommission versucht, die Panik zu beschwichtigen. Eine Sprecherin betonte, dass derzeit keine Treibstoffknappheit vorliege und auch keine systemischen Probleme erkennbar seien, die zu massiven Flugausfällen führen würden. Dennoch räumte sie ein, dass die Kommission bei einer Verschärfung der Lage im Stretto di Hormuz eine koordinierte Aktion in Bezug auf den Flugzeugtreibstoff in Betracht ziehen könnte.

Hinter den Kulissen arbeitet die EU offenbar an einem Notfallplan, um eine Treibstoffkrise abzuwenden. Dieser Plan, der am 22. April veröffentlicht werden soll, soll eine Erfassung der europäischen Raffinierkapazitäten beinhalten und Anreize für deren vollständige Nutzung schaffen. Die Lage ist ernst, und die Abhängigkeit von ausländischen Lieferanten wird deutlich.

Die ersten Konsequenzen sind bereits spürbar. KLM Royal Dutch Airlines hat angekündigt, im nächsten Monat 160 Flüge von und nach Amsterdam zu streichen – rund 1 Prozent ihrer gesamten europäischen Strecken. Die Airline begründete diesen Schritt mit den gestiegenen Kerosinpreisen und der Tatsache, dass bestimmte Flüge wirtschaftlich nicht mehr tragfähig seien. Auch Lufthansa äußert zunehmend Besorgnis. Die Chief Technology Officer Grazia Vittadini berichtet, dass die Lieferanten ihre Prognosen verkürzen und keine langfristigen Verträge mehr abschließen wollen.

Die Situation zeigt deutlich die Anfälligkeit des europäischen Luftverkehrs gegenüber geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Es bleibt abzuwarten, wie die EU und die Fluggesellschaften auf diese Herausforderung reagieren werden, aber eines ist klar: Die Abhängigkeit von importiertem Jet-Treibstoff muss dringend reduziert werden, um die Stabilität des europäischen Luftverkehrs zu gewährleisten.