Eisschnelllauf-wirbel: desg-präsident große unter druck

Unmut im deutschen eisschnelllauf: ard-recherche deckt probleme auf

Im deutschen Eisschnelllauf brodelt es offenbar. Eine ARD-Recherche hat Unzufriedenheit unter den Athleten gegenüber der Verbandsspitze, insbesondere DESG-Präsident Matthias Große, aufgedeckt. Athletensprecher Hendrik Dombek äußerte sich besorgt über die aktuelle Situation und forderte einen intensiveren Austausch mit den Verbandsgremien.

Dombeks kritik: mangelnde kommunikation und fehlender respekt

Hendrik Dombek betonte, dass die Athleten ein Umfeld fordern, das von gegenseitigem Respekt, transparenter Kommunikation und verantwortungsvollem Umgang mit Macht geprägt ist. Gerade vor den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina sei eine konstruktive Zusammenarbeit unerlässlich. Er äußerte sich schriftlich zu den Problemen und unterstrich die Dringlichkeit einer Verbesserung der Verhältnisse.

Großes ziel: renaissance des deutschen eisschnelllaufs

Matthias Große, seit 2020 Präsident der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG), hatte sich das Ziel gesetzt, den Verband zu alter Stärke zurückzuführen. Nach Jahren ohne Olympiamedaille (seit 2010) soll der deutsche Eisschnelllauf wieder international konkurrenzfähig werden. Doch die aktuelle Situation wirft Fragen auf, ob dieser Plan umgesetzt werden kann.

Athleten deutschland: frustration und desillusionierung

Johannes Herber, Geschäftsführer von Athleten Deutschland, bestätigte die Frustration der Athleten. Sie fühlten sich in ihren Bemühungen um Mitgestaltung blockiert und klagten über mangelnde Anerkennung ihrer Anliegen. Die Athleten hätten das Gefühl, dass ihre Türen immer wieder vor der Nase zugeschlagen werden, wenn es um die Gestaltung der Verbandsstrukturen geht.

Vorwürfe der haushaltsveruntreuung und ausbleibender prämien

Konkrete Vorwürfe gegen Matthias Große betreffen das Zurückhalten von Haushaltsplänen und die Nichtauszahlung versprochener Prämien an Vereine und Sportler. Auf Anfrage von SID weigerte sich Große, sich zu diesen Anschuldigungen zu äußern. Eine Stellungnahme soll erst nach den Winterspielen auf einer Pressekonferenz in Berlin erfolgen.

Dosb reagiert zurückhaltend

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) zeigte sich auf ARD-Nachfrage zurückhaltend. Man verweise auf die Eigenverantwortung der Mitgliedsverbände und erwarte die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben und der Grundsätze der guten Verbandsführung. Eine direkte Stellungnahme zu den Vorwürfen wurde unter Verweis auf mangelnde Zuständigkeit und Kenntnis der Lage vermieden.

Aktuelle entwicklungen bei den olympischen spielen

Trotz der internen Probleme konzentrieren sich die Athleten auf die bevorstehenden Olympischen Winterspiele in Mailand/Cortina. Die Stimmung ist angespannt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation auf die Leistungen der deutschen Eisschnellläufer auswirken wird. Die kommende Pressekonferenz von Matthias Große verspricht Aufschluss über die nächsten Schritte zu geben.