De laurentiis zuerst in los angeles geehrt – napoli wartet noch!

Ein etwas ironisches Bild für die napoletanische Fußballwelt: Aurelio De Laurentiis, der Präsident des SSC Neapel, erhielt die Ehrenbürgerschaft von Los Angeles, bevor ihm diese Ehre in seiner Heimatstadt zuteilwurde. Ein Umstand, der für einige Fans im Süden Italiens zu Verbitterung führt, während die Verantwortlichen in Neapel beteuern, die Entscheidung sei kurz bevorstehend.

Ein fest in hollywood, ein warten in neapel

Die Zeremonie in Los Angeles, eingebettet in die Veranstaltung „Soccer in Hollywood“, war ein rauschendes Fest, an dem Persönlichkeiten aus Sport und Film teilnahmen. Karen Bass, die Bürgermeisterin von Los Angeles, würdigte De Laurentiis' Verdienste im Fußball und in der Filmindustrie, während der Präsident selbst bereits einen Blick nach vorne richtete und die kommende Hommage an den 100. Geburtstag des SSC Neapel ankündigte. Ein Film soll die Geschichte des Vereins von 1926 bis heute erzählen – ein weiteres Projekt, das De Laurentiis’ Engagement für den Klub unterstreicht.

Doch während in Hollywood die Korken knallten, herrscht in Neapel geduldige Ungewissheit. Der Bürgermeister Manfredi hatte bereits vor einigen Monaten die Absicht erklärt, De Laurentiis die Ehrenbürgerschaft zu verleihen, und wiederholte diese Zusage kürzlich in einem Radiointerview. "Die Zeit ist reif, um ihm diese Ehre auch in Neapel zu würdigen. Wir werden in Kürze einen Termin vereinbaren“, so Manfredi.

Vorbilder und rivalen: der lange weg zur anerkennung

Vorbilder und rivalen: der lange weg zur anerkennung

De Laurentiis ist nicht der erste, der in Neapel die Ehrenbürgerschaft erhält. Historische Figuren wie Giuseppe Garibaldi, der Musiker Renzo Arbore und der Wissenschaftler Alberto Angela zählten bereits zu den Geehrten. Auch Sportler wie Dries Mertens und der ehemalige Trainer Luciano Spalletti wurden für ihre Leistungen gewürdigt. Spalletti, der Neapel nach langer Zeit wieder zum Meistertitel führte, erhielt seine Auszeichnung bereits im Dezember 2023, und seine Worte, "Ich bin ein offizielle Scugnizzo“, hallen noch immer nach.

Mertens, der neun Jahre lang das Trikot des SSC Neapel trug und sich mit seiner Liebe zur Stadt auszeichnete, wurde ebenfalls mit der Ehrenbürgerschaft geehrt. Seine Entscheidung, auch nach seinem Abschied vom Verein in Neapel zu leben und seinen ersten Sohn Ciro Romeo zu nennen, zeugt von einer tiefen Verbundenheit mit der Stadt.

Die Tatsache, dass De Laurentiis zuerst in Los Angeles geehrt wurde, wirft Fragen auf. War es eine strategische Entscheidung, um die Aufmerksamkeit auf den SSC Neapel zu lenken? Oder spiegelte es eine gewisse Frustration über die zögerliche Haltung der napoletanischen Lokalpolitik wider? Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Was unbestreitbar ist: Der Erfolg von De Laurentiis, der den SSC Neapel nach Jahren des Niedergangs wieder zu einer europäischen Top-Adresse gemacht hat, verdient Anerkennung – und zwar in seiner Heimatstadt.