Conte zündet neapel-zündstoff: vertrag bis 2027, aber machtwort des präsidenten steht noch aus
Antonio Conte hat vor dem Spiel gegen Lecce die Bombe platzen lassen. „Ich unterschrieb ursprünglich für drei Jahre, wir werden uns wie jeden Sommer zusammensetzen“, sagte der Coach des SSC Neapel – und versetzte damit die ganze Serie A in Spekulations-Fieber. Noch läuft sein Vertrag bis 2027, doch der 54-Jährige stellte klar: Ob er bleibt, entscheidet sich erst im Gespräch mit Präsident Aurelio De Laurentiis.
Die versteckte drohung hinter dem satz mit der „maximalen bereitschaft“
Conte betonte zwar, ihm gehe „die maximale Bereitschaft“ aus, das Projekt fortzusetzen. Doch wer den italienischen Meister-Trainer kennt, weiß: Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Machtspiel. Nach zwei Jahren ohne Titel und mit nur einem einzigen Sieg in der laufenden Champions-League-Saison steht der Klub unter Druck. Conte fordert Garantien – für Transfer-Budget und sportliche Planung.
Die Personal-Lage gibt ihm Rückendeckung. Anguissa kehrt in die Startelf zurück, De Bruyne und McTominay sitzen zunächst nur auf der Bank. „Wir reden hier von Spielern, die monatelang fehlten“, so Conte. Die Frage ist nicht nur, ob sie fit sind, sondern ob sie seine taktische Marschroute noch mittragen.

Der taktische drahtseilakt ohne di lorenzo
Ein Name fällt besonders auf: Giovanni Di Lorenzo. Der Kapitän fällt weiter aus, und genau das blockiert Contes Lieblingssystem. „Mit Mazzocchi haben wir nur einen, der in der Viererkette die zentrale Linie halten kann“, erklärte er. Ein Systemwechsel käme einem Eingeständnis gleich – und würde die ohnehin brüchige Balance im defensiven Mittelfeld weiter destabilisieren.
Die restlichen neun Saisonspiele nennt Conte deshalb einen „Mini-Turnier um Scudetto und Europa“. Die Formulierung ist kein Zufall. Er will seine Spieler in Wettkampf-Modus versetzen, bevor die Verhandlungen mit De Laurentiis beginnen. Conte spielt nicht nur um Punkte, sondern um seine eigene Zukunft – und die Machtverhältnisse im Klub.
Für Neapel geht es heute gegen Lecce um den Anschluss an die internationalen Plätze. Doch hinter den Kulissen dreht sich bereits die große Runde: Wer bestimmt 2025/26 die Richtung? Der Präsident oder der Trainer, der sich selbst zum Königsmacher erklärt hat? Conte hat den ersten Schritt getan – und die Uhr läuft.
