Politano: der albtraum für milan lebt weiter!
Neapel tobte, Milan weinte – und Antonio Conte grinste amüsiert. Denn was er in der Nachspielzeit des Serie-A-Duells vorhersagte, ging auf spektakuläre Weise in Erfüllung: Politano, der eingewechselte Joker, besiegelte die Hoffnungen der Rossoneri auf den Scudetto mit einem weiteren Treffer gegen seinen ewigen Erzrivalen.
Eine fast schon unheimliche bilanz
Seit 2016, als er noch im Trikot von Sassuolo die gegnerische Abwehr vor Probleme stellte, scheint der 30-jährige Mittelfeldspieler eine regelrechte Vorliebe für Tore gegen Milan zu haben. Sieben Treffer in insgesamt sieben Partien – eine beeindruckende und fast schon unheimliche Bilanz, die den Ruf des „Milan-Jägers“ noch weiter festigt. Sein Freund Federico Spinazzola bestätigte: „Ja, das ist seine Lieblingsbeute.“
Die Geschichte ist fast schon absurd. Begann sie doch 2016 mit einem unglücklichen Eigentor von De Sciglio, das Politano im Trikot von Sassuolo profitierte. Ein Jahr später wiederholte sich das Muster, erneut gegen Milan, diesmal mit einem fulminanten Schuss aus der Distanz. Die Inter-Zeit blieb torlos, doch der Wechsel nach Neapel im Januar 2020 markierte die Wiedergeburt seiner „Milan-Obsession“. Ein präziser Diagonalpass im März 2021 gegen Donnarumma kostete Milan den möglichen Meistertitel. Und auch im darauffolgenden Jahr traf er per Elfmeter, erneut gegen Milan, und sorgte für Jubel in Neapel und blanke Enttäuschung in Mailand.
Doch die jüngsten Kapitel der Geschichte sind ebenso bemerkenswert. In den letzten drei Saisons erzielte Politano jeweils einen Treffer gegen Milan, und das immer im eigenen Stadion, dem Maradona. 2023/24 war es ein Linksfuß, der die Wende im Spiel einleitete (2:2), im Jahr 2024/25 ein Volley, der den Sieg besiegelte (2:1) – dem Jahr, in dem die Mailänder den vierten Scudetto verpassten. Und gestern Abend, erneut mit einem Linksfuß, traf er Maignan und zerstörte den Traum von der Meisterschaft.
Die Reaktion der Milan-Fans war verständlicherweise euphorisch – bis Politano demonstrativ die Hände an die Ohren legte und das Publikum provozierte, das ihm auf seinen Auftritten in Mailand immer wieder mit Pfiffen empfing. Eine fast schon surreale Szene, die die tiefe Rivalität zwischen den beiden Vereinen und die persönliche „Mission“ von Politano verdeutlichte.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Politano hat in den letzten drei Jahren drei Treffer erzielt, alle im Maradona-Stadion. Eine bemerkenswerte Konstanz und ein Beweis für seine Vorliebe, Milan in Neapel zu besiegen.

Conte: „ich wusste es!“
Trainer Antonio Conte hatte die Situation bereits im Vorfeld erkannt. „In der Abschlusstrainingseinheit habe ich ihm mitgeteilt, dass er von der Bank beginnen würde. Ich sagte ihm, sein Einsatz würde das Spiel entscheiden – und so kam es auch“, erklärte Conte nach dem Spiel mit einem verschmitzten Lächeln. Ein Hinweis auf eine außergewöhnliche Intuition, oder vielleicht einfach nur eine Kenntnis der Fähigkeiten und der Motivation eines Spielers, der es versteht, in den entscheidenden Momenten zuzuschlagen.
Während die Milan-Fans ihren Frust in lauten Protesten ausdrückten, feierte Neapel seinen Helden. Denn eines ist klar: Solange Politano im Trikot von Neapel spielt, wird Milan ein unangenehmes Gefühl im Magen haben – und der Traum von der Meisterschaft könnte erneut in Trümmern liegen.
