Pogacars letzter trumpf: uae nominiert sanremo-kader ohne verletzte leibwächter
Die Rechnung ist einfach: Kein Wellens, kein Narváez – trotzdem muss Tadej Pogacar am Samstag gewinnen. Die UAE-Emirate haben heute Morgen das Aufgebot für die 115. Milano-Sanremo veröffentlicht, und die Liste liest sich wie ein Notprogramm.
Verletzungspech zwingt zu klarer hierarchie
Tim Wellens und Jonathan Narváez fehlen nach Sturzverletzungen im Frühjahr, ein Einsatz war kurzfristig keine Option. Für Sportdirektor Andrej Hauptman blieb so nur die Wahl des kleinsten gemeinsamen Nenners: Pogacar trifft auf seine verbliebenen sieben Gefährten, darunter den frischgebackenen Tirreno-Sieger Isaac del Toro. Der 22-jährige Mexikaner wird als „Superdomestique“ auftreten – ein Luxus, den sich sonst kein Team leistet.
Die Taktik ist längst durchgesickert: Bereits auf der Cipressa will UAE das Feld sprengen, um dem Weltmeister die nötige Luft für den Angriff auf der Poggio-Abfahrt zu verschaffen. Bisher half auch diese Strategie nicht – zwei dritte Plätze in Folge, 2024 und 2025, nageln Pogacar das Etikett des ewigen Zweiten ans Trikot.

Die letzten 298 kilometer werden zur geduldsprobe
Die Strecke von Pavia nach Sanremo gilt als Schnellzug mit offenem Fenster: Erst langsam, dann ein Schlag. Mit Novak, Vermeesch, Christen, McNulty und Großschartner stehen dem Slowenen fünf zusätzliche Motoren zur Verfügung, doch die Frage bleibt: Reicht das, wenn van der Poel oder Evenepoel ein Tempo einsetzen, das selbst Computer nicht mehr berechnen?
Für Pogacar ist es die sechste Teilnahme – und möglicherweise die letzte, bevor die Frage nach der „klassischen Lücke“ im Palmarès zur Belastung wird. Die Uhr tickt, die Alpen glühen am Horizont, und die Via Roma wartet auf einen Namen. Diesmal muss er seiner Majestät Tadej heißen – oder das Monument bleibt ein unbeugsames Rätsel.
