Pogacar, van der poel, van aert: die bombe platzt in sanremo
175 Profis, acht ehemalige Sieger, ein Slalom der Superstars: Am Samstag zündet Tadej Pogacar in Pavia den Turbo und jagt über 298 km die ligurische Küste entlang – mit Mathieu van der Poel an seiner Seite und Wout van Aert im Windschatten. Mailand-Sanremo 2026 ist kein Klassiker mehr, es ist ein Schaukampf der Galaktischen.
Startnummer 1 trägt der weltmeister – und er ist nicht einmal der favorit
Van der Poel bekommt die Eins aufs Trikot gedrückt, doch die Buchmacher schließen ihn nur auf Platz drei. Die Quote spricht für sich: Pogacar steht bei 2,25, Van Aert bei 4,0 – der Niederländer muss mit 5,5 % zittern. Die Begründung liefert der Dreifach-Tour-de-France-Sieger selbst: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich hier gewinne.“ Ein Satz, der die Côte d’Azur wärmer macht als der Scirocco.
Der 41. Hmm-Anstieg nach 287 km ist diesmal länger und steiler. 4,2 km bei durchschnittlich 4,1 %, danach noch 3,2 km flach bis zum Via Roma. Wer hier zögert, wird vom Peloton verschlungen. Wer zu früh attackiert, kocht in der Gluthitze der Mittagssonne. Ein Schachspiel auf Asphalt, bei dem Primoz Roglic, Tom Pidcock und Mads Pedersen ebenfalls die Königsfigur umwerfen wollen.

Deutschland schickt einen ex-champion und zwei heimliche assassinen
John Degenkolb durfte 2015 auf dem Küstenboulevard jubeln – heute ist er 37, fährt für Team Picnic-PostNL und weiß: „Die Beine erinnern sich, der Kopf auch.“ Doch die neue Generation klopft lauter: Georg Zimmermann (Lotto-Intermarché) gilt als Klassikerkopf mit Sprintvermögen, Jonas Rutsch (EF Education) kann sich nach 290 km noch einmal aufbäumen. Beide haben nichts zu verlieren – und das macht sie gefährlich.
Die beiden Schweizer Teams Tudor und Q36.5 schicken sieben Fahrer ins Rennen, doch deren größte Hoffnung heißt Julian Alaphilippe. Der Franzose trainierte versteckt auf Mallorca, veröffentlichte keine Daten, keine Videos – ein Phantom, das sich erst auf der Poggio-Umarmung zeigt. Seine Direktor Sportif nennt das „Operation Gespenst“.

Live-stream mit kaffeearoma und herzrasen
Wer um 09:45 Uhr den Live-Stream auf HBO Max startet, bekommt ein Triple: Kaffeearoma, Adrenalin und die 298 km lange Antwort auf die Frage, wer den Frühling erobert. Eurosport begleitet die Jagd bis ins Ziel, Kommentator Andreas Schulz verspricht: „Wenn Pogacar auf der Poggio das Radio leise macht, höre ich sein Herz schlagen.“
Die Siegerquote der letzten zehn Jahre spricht für den Sprinter, die Streckenänderung für den Attentäter. 175 Starter, ein Ziel. Und eine Gewissheit: Wer als Erster die Via Roma überquert, schreibt nicht nur Geschichte, er schreibt das Startsignal für eine Saison, in der kein Berg mehr sicher ist.
