Pogacar: kann ihn jemand stoppen? die flandern-rundfahrt steht vor dem ausbruch!
Ostersonntag in Belgien – und es geht um mehr als nur um Eier und Hasen. Die Flandern-Rundfahrt, Belgiens heimlicher Nationalfeiertag, wirft eine entscheidende Frage auf, die die Radsportwelt in Atem hält: Wer hält Tadej Pogacar auf, und wie?

Das ewige duell: pogacar gegen van der poel
Die Dominanz des Slowenen ist geradezu erschreckend. Der pensionierte Ex-Weltmeister Peter Sagan, der das Rennen 2016 gewann, fragte sich unlängst: „Wenn man ihm nicht schon vor Sonntag die Beine absägt, wer soll ihn dann schlagen?“ Für Pogacar, so Sagan, sei der Sieg „einfacher als ein Videospiel“ – eine Aussage, die die schiere Überlegenheit des jungen Mannes verdeutlicht.
Doch Mathieu van der Poel, der unbestrittene Klassiker-Star seiner Generation, scheint entschlossen, diese Herausforderung anzunehmen. Angesichts des wechselhaften Wetters in seiner Heimat ließ er sich kurzerhand per Privatjet in die Sonne Spaniens flüchten, um seine Vorbereitung ungestört fortsetzen zu können. „Letzte Vorbereitung in Spanien für die Heilige Woche“, verkündete er auf Instagram, während er seinen Flug nach Calpe an der Costa Blanca antrat – seiner bevorzugten Trainingsbasis.
Evenepoel schaltet eine Stufe höher
Ein unerwartetes Puzzleteil in diesem hochkarätigen Rennen ist die Entscheidung von Remco Evenepoel, zum ersten Mal seit seinem Debüt bei der Flandern-Rundfahrt anzutreten. Die Überraschungsmeldung von Red Bull-Bora-hansgrohe am Donnerstag lässt die Frage aufkommen: Kann der Olympiasieger zwischen Pogacar und van der Poel dazwischenfunken und für eine unerwartete Wendung sorgen?
Van der Poel, dreimaliger Sieger in Flandern und dreimaliger Sieger in Roubaix, gilt als der beste Klassikerfahrer seiner Generation. Doch Pogacar, dessen Vielseitigkeit ihn auch auf dem Pflaster für Siege prädestiniert, hat ihm in den vergangenen Jahren bereits zweimal die Grenzen aufgezeigt. Die Erinnerung an die entscheidende Querung des Oude Kwaremont, wo Pogacar seine unglaublichen Wattzahlen demonstrierte, sitzt tief.
Am Sonntag soll alles anders werden. Van der Poel, der den E3 Preis bereits für sich entscheiden konnte und dessen Handverletzung bei Mailand-Sanremo die Niederlage gegen Pogacar möglicherweise erklärt, will sich revanchieren und erneut vor dem Slowenen das Rennen bestimmen. Ein Sieg wäre historisch – denn niemand hat die Flandern-Rundfahrt bisher viermal gewonnen.
Pogacar reist nicht nur an, um seinen eigenen Erfolgskonto aufzubessern und sich auf Paris-Roubaix vorzubereiten, sondern auch, weil er die Atmosphäre und die Bedeutung dieses Rennens schätzt: „Flandern ist eine der größten Hochburgen des Radsports. Die Atmosphäre bei diesem Rennen ist besonders. Es ist einfach eine Freude, dabei zu sein“, so der Weltmeister.
Auch wenn Nils Politt, der als Helfer von Pogacar in den Dienst des Teams gestellt wird, seine eigenen Ambitionen zurückstellen muss, stehen weitere Topfahrer wie Mads Pedersen oder Wout van Aert bereit, um bei einem Patzer der Favoriten zuzuschlagen. Der Belgier befindet sich in Topform, auch wenn ihm Filippo Ganna bei der Dwars door Vlaanderen auf der Ziellinie den Sieg noch entreißen konnte.
Die Wettervorhersage für Sonntag – Sturm und Regen – verspricht ein anspruchsvolles Rennen. Wer das größte Risiko geht, könnte am Ende den entscheidenden Vorteil haben. Denn im Radsport, wie im Leben, ist die Saison noch lang.
