Play-off-rennen kocht: thc bangt um platz 4, flames fix – und karsamstag wird zur stunde null
- Dortmund legt vor – und macht sich selbst zum gejagten
- Oldenburks letzter biss: thc auf schlingerkurs
- Flames brennen platz 3 fest – und verpassen top 2
- Karsamstag: fünf uhrzeiten, ein schlag auf den magen
- Play-off-modus: best-of-three trifft auf nervenkrieg
- Neckarsulm mischt das mittelfeld auf
- Fazit: ostern kommt, aber zuerst kommt der schlag
Ostern rückt näher, aber vor dem Fest steht die Hölle offen. In der Handball-Bundesliga der Frauen zittert der Thüringer HC um sein letztes Strohhalm, während Borussia Dortmund nach dem Göppingen-Buzzerer den Atem angehalten hat. Wer jetzt nicht trifft, verpaszt nicht nur die Meisterschaft, sondern landet im April in der Bedeutungslosigkeit.
Dortmund legt vor – und macht sich selbst zum gejagten
Der 33:32-Krimi am Mittwoch war mehr als zwei Punkte. Er war ein Seelenstriptease. Laura van der Heijden traf mit der Sirene, Göppingen brach auf der Platte zusammen, und die HSG Blomberg-Lippe musste zusehen, wie die eigene Tabellenführung binnen 24 Stunden zerfiel. Denn Blomberg schaffte zwar die Pflicht gegen Oldenburg (30:21), verlor aber die Kategorie „Moralsiegtreffer“. Nun steht Dortmund einen Punkt vorne – und hat das Heimrecht im Finale gegen die Lipperinnen verspielt.

Oldenburks letzter biss: thc auf schlingerkurs
Während die Spitze taumelt, geht es unten um reine Existenz. VfL Oldenburg darf träumen – wenn auch nur kurz. Die Niedersächsinnen müssen in Zwickau und Dortmund gewinnen, gleichzeitig darf der Thüringer HC nicht mehr punkten. Der THC hat Heimrecht gegen Zwickau und Bensheim/Auerbach, aber die Formkurve zeigt seit fünf Spielen nur noch den Daumen nach unten. Fünf Punkte Rückstand, ein Nachholspiel – das klingt nach Theorie, riecht aber nach Relegation.

Flames brennen platz 3 fest – und verpassen top 2
Die HSG Bensheim/Auerbach lacht und weint zugleich. Durch Oldenburgs Stolperer ist der Einzug in die Play-offs gesichert, der Sprung auf Rang zwei aber rechnerisch gestorben. Am Samstag reicht ein Heimsieg gegen Buxtehude, um Platz drei zu zementieren – und damit das letzte Heimrecht im Viertelfinale. Der DHB-Pokal könnte danach eine Runde früher starten, doch das interessiert momentan niemanden. Die Flames wollen nur eins: Karsamstag hinter sich bringen.

Karsamstag: fünf uhrzeiten, ein schlag auf den magen
Am 4. April, 19 Uhr, schlägt die Stunde der Wahrheit – fünf Mal gleichzeitig. Göppingen empfängt Zwickau, Dortmund muss nach Blomberg, der THC trifft auf Bensheim, Oldenburg reist nach Metzingen. Die Tabelle ist ein Kaleidoskop: Ein Tor kann Rang vier nach Erfurt, Erfurt, Neckarsulm oder sogar nach Göppingen schieben. Die Regel ist simpel: Wer zuerst trifft, fliegt raus oder rein. Verlängerung? Gibt’s. Siebenmeter? Klar. Remis? Fehlanzeige. Die Meisterschaft ist ein Sudoku ohne Weißfelder.

Play-off-modus: best-of-three trifft auf nervenkrieg
Stand heute würde Dortmund gegen den THC ran, Blomberg gegen Bensheim/Auerbach. Ein 2:0 genügt, ein 1:1 zwingt ins dritte Spiel, danach wird bis 23.59 Uhr geschossen. Die Physiotherapeuten der Liga haben schon Überstunden angemeldet, denn der Kalender erlaubt keine Pause: Pokal, Liga, Nationalteam – wer hier knickt, verliert nicht nur den Titel, sondern auch den Sommerurlaub.

Neckarsulm mischt das mittelfeld auf
Während die Großen zittern, feiert SU Neckarsulm den Derby-Knall gegen Metzingen (38:28) und katapultiert sich in Schlagdistanz zu Platz fünf. Dort wartet auf den Sieger ein Heimspiel im DHB-Pokal-Viertelfinale – ein Trostpreis, der sich mit 8.000 Zuschauern in der Arena auszahlt. Für Frisch Auf Göppingen hingegen wird es eng: Rang elf bedeutet Relegation, und der Gegner heißt dann HL Buchholz 08-Rosengarten – ein Name, der in der Regionalliga für Albträume sorgt.
Fazit: ostern kommt, aber zuerst kommt der schlag
Wer bislang dachte, Frauenhandball sei ein harmloser Samstagnachmittag, wurde diese Woche eines Besseren belehrt. In zwei Spieltagen kann sich alles um 180 Grad drehen – oder 360, wenn die Verlängerung ansteht. Der THC darf nicht mehr verlieren, Oldenburg darf nicht mehr gewinnen, und Dortmund muss plötzlich wieder Angst vor Blomberg haben. Die Kugel ist rund, der Kreis klebt, und der Countdown läuft: Noch acht Tage bis Karsamstag. Dann wissen wir, wer Ostern zu Hause feiert – und wer in die Relegation fährt.
