Playoff-krimi um die wm: schweden setzt auf bundesliga-quartett – smith jagt sein debüt

Die Blagult stehen auf Messers Schneide. Ohne Isak, ohne Kulusevski, dafür mit vier Bundesliga-Soldaten und einem 29-Jährigen, der endlich das gelbe Trikot überstreifen will. Eric Smith, St. Paulis Metronom, ist erstmals für Schweden nominiert – und das gleich in den Playoffs fürs Turnier in den USA, Mexiko und Kanada.

Der plan: valencia zuerst, dann stockholm

Der plan: valencia zuerst, dann stockholm

Am 26. März geht’s in Mestalla gegen die Ukraine. Gewinnt Schweden, spielt es fünf Tage später daheim gegen Polen oder Albanien. Ein Tor, ein Aufschlag, ein Sprung – mehr nicht. Die Rechnung ist brutal einfach.

Smith hat diese Phase schon dreimal verpasst, jeweils verletzt. Nun ist er fit, hat in der Zweiten Liga 86 % seiner Zweikämpfe gewonnen und die meisten Ballgewinne im Kader der Kiezkicker. Das reicht, um Potter aufzufallen. Der Coach will gegen die ukrainische Presse einen Sechser, der nicht nur zerstört, sondern auch denkt.

Die Bundesliga liefert gleich vier von diesen Typen. Neben Smith: Daniel Svensson, der bei Borussia Dortmund die rechte Seite verdichtet; Hugo Larsson, Eintrachts Box-to-Box-Rakete mit 11,7 km Schnitt; Mattias Svanberg, Wolfsburgs Mittelfeld-Motor mit 86 Prozent Passquote. Gemeinsam haben sie 63 Liga-Einsätze in dieser Saison – keine Rot-Karte, drei Tore, eine Art schwedisches Mittelfeld-Bataillon.

Potter muss dafür auf Alexander Isak verzichten, den er in Liverpool noch selbst trainierte. Dejan Kulusevski fehlt ebenfalls – Tottenham verweigert die Freigabe wegen einer Oberschenkel-Reizung. Die Tormaschine läuft also nur auf Sparflamme, dafür pumpt das Mittelfeld Vollgas.

Für Smith ist das mehr als eine Nominiierung. Es ist die letzte Chance, vor dem eigenen Publikum Geschichte zu schreiben. 29 Jahre, 189 Zweitliga-Spiele, kein einziges Länderspiel. Wenn er in Valencia aufläuft, wird sein Name in Schweden nicht mehr nur mit dem Millerntor verbunden sein.

Die Buchmacher sehen Schweden vorne: 1,65 gegen die Ukraine. Die Statistik auch: In den letzten fünf Playoff-Spielen kassierte Schweden erst einen Gegentreffer. Doch Statistik interessiert Potter wenig. Er will ein Ticket – und vier Deutsche, die nie auf einer WM waren, sollen es ihm besorgen.