Italiens biathlon-super-saison: neun siege, ein rekord, ein klassiker

Neun Siege, eine Nation im Rausch: Italiens Biathlon-Herbst und Winter 2025/26 ist längst keine Saison mehr, sondern ein Dauerfeuerwerk. Lisa Vittozzis Erfolg im Verfolgungsrennen von Otepää war nur die neunte Granate – und damit die höchste Zahl italienischer Weltcup- und Olympia-Erfolge, die je in einem einzigen Jahr gezündet wurde.

Wierer eröffnet, giacomel dominiert, vittozzis schlusspunkt

Wierer eröffnet, giacomel dominiert, vittozzis schlusspunkt

Dorothea Wierer startete den Triumphzug Ende November in Östersund. Was folgte, liest sich wie ein Drehbuch für einen Sportschinken: Tommaso Giacomel gewann die Sprint von Hochfilzen, vergaß die Nationalflagge nicht, gewann erneut, trauerte um seinen Vater, gewann wieder. Zwischendurch sorgte die gemischte Staffel in Nove Mesto für kollektive Gänsehaut. Und während die Konkurrenz nach Oslo reist, um noch Punkte zu retten, reisen die Azzurri, um Geschichte zu schreiben.

Die Zahlen sind schon jetzt ein Klassiker: fünf Einzelsiege, zwei Staffel-Erfolge, zwei weitere Podeste – alles innerhalb von vier Monaten. Die norwegische Endrunde wird zum Epilog einer Saison, die längst italienische Farbe angenommen hat. Wer jetzt noch nach der Krux sucht: Es gibt keine. Das Geheimnis heißt Schießsicherheit plus Selbstvertrauen in Laktathöhe. Und ein Kader, der endlich weiß, dass er zur Elite gehört.

Die Konkurrenz schaut nicht mehr auf Norwegen oder Frankreich, sondern auf den Apennin. Dort trainiert eine Generation, die sich selbst überholt. Kein Trainerwechsel, kein Systembruch – nur konsequente Nachwuchsarbeit und ein Budget, das endlich mit dem Herzschlag der Sportler schlägt. Das nächste Ziel ist kein Sieg mehr, sondern die drohende Langeweile der Unbesiegbaren.