Platzek jagt historische kanone: 36 tore in 19 spielen – traum lebt in essen
36 Tore in 19 Spielen, Platz drei im bundesweiten Ranking, ein Herzklub und ein Novum, das seit 2022 auf ihn wartet: Marcel Platzek spielt sich in Rot-Weiss Essen II auf Bestmarke und könnte als erster Spieler die „Torjägerkanone für alle“ in zwei verschiedenen Ligen gewinnen.
Von der oberliga-krone zurück in die bezirksliga
2022 stand er auf dem Dachboden, die Trophäe staubte ein, weil das Kinderzimmer voranging. Heute läuft er wieder auf, spielt sich in Bestform und schiebt nebenher den Drittliga-Unterbau Richtung Landesliga. Die Rechnung des 35-Jährigen: Wer 36-mal trifft, darf auch vom zweiten Kanonengewinn träumen.
Die Fakten sind schnell erzählt: 39 Treffer 2022 in der Oberliga, 36 Treffer 2025 in der Bezirksliga. Noch nie schaffte es ein Stürmer, in zwei unterschiedlichen Spielklassen die Waffe mit dem goldenen Lauf zu erhalten. „Als ich das hörte, war klar: Das ist mein Ziel“, sagt Platzek, ohne viel Federlesens. Der Rest ist Zahlenwerk: Pajonk führt mit 40 Treffern, Nattermann hält mit 36 gleich, Platzek fehlte in einem Spiel – sonenklare Ausgangslage für den Endspurt.

Der kopfball, der essen bewegt
Technik war nie sein Markenzeichen, dafür Timing, Absprung und der Nackenmuskel. 171 Pflichtspiel-Tore, „vermutlich die meisten mit dem Kopf“, bilanziert er selbst. In Essen wissen sie, wie man ihn füttert: Flanken kommen von links, rechts, halbhoch, halbhoch wieder. Die Mitspieler nennen es „Standardsport“, Platzek nennt es „Morgengymnastik“. Drei Tage braucht er heute, um die Lenden wieder auf Temperatur zu bringen – früher ging’s am Samstag nach dem Sonntag. „Mit 18 zwei Spiele am Wochenende? Kein Thema. Heute zählt jeder Kilometer doppelt.“
Der Körper schreit, der Kopf will. Die Familie winkt, der Schichtdienst wartet. Doch die Rechnung geht nur auf, wenn die Knochen halten und der Klub aufsteigt. Dann würde der nächste Schritt folgen: Landesliga, längere Reisen, englische Wochen. „Das wird sich zeigen“, sagt er und schiebt die Entscheidung auf den Sommer. Ein Aufstieg würde die Anforderungen erhöhen, aber auch das Trophäenzimmer füllen – Bezirksliga-Meisterschale neben der Oberliga-Kanone, das wäre ein Regal voller Kontraste.
Die Saison ist noch lang, zwei Wochenendläufe, vielleicht ein Pokalduell. Doch der Blick ist klar: „Solange die Knochen halten, zocke ich weiter.“ Und wenn es klappt, steht bald nicht nur ein Spielzimmer, sondern ein kleines Museum in Essen. Die Kinder dürfen dann woanders spielen – die Kanone kommt zurück ins Wohnzimmer.
