Pisa wirft cagliari raus: moreo, caracciolo & co. schreiben abstiegs-drama neu
Der Pisa FC hat seine Saison auf dem Rasen wiederbelebt. Mit 3:1 schickt der Tabellenletzte Cagliari verkatert in die Flugzeug-Kabine, erstmals seit Wochen stehen drei Heimtore auf der Anzeigetafel der Arena Garibaldi. Die Fans feierten, als wäre die Serie A bereits gerettet – und das, obwohl ihre Mannschaft 60 Minuten in Unterzahl spielte.
Moreo trifft, durosinmi fliegt
Stefano Moreo verwandelte den frühen Strafstoß (9.) und beendete damit eine Heim-Torflaute, die seit August andauerte. Die Euphorie hielt nur 28 Minuten, weil Raimon Durosinmi mit einem Karate-Tritt gegen Mina Rot sah. Statt einzubrechen, zog Pisa das Tempo an. Kapitän Leonardo Caracciolo erzielte innerhalb von 180 Sekunden seine ersten beiden Saisontreffer – und das gegen seine Heimat-Inselsardinien. „Ich habe heute Morgen mit meiner Mutter telefoniert, sie hat geweint, aber gesagt: ‚Töte sie‘“, lachte der 32-Jährige nach Abpfiff.
Cagliari wirkte wie betäubt. Pavoletti netzte zwar zum 1:3 ein, doch die Defensive um Obert zerbarst. Der Linksverteidiger sah Gelb-Rot (81.), weil er Leris’ Sprint mit einem Rugby-Tackle stoppte. Trainer Pisacane sprach von „dem schlimmsten Tag seit meiner Amtsübernahme“, während Pisa-Coach Hiljemark plötzlich wieder an die Elf vom Trainingsplatzes glaubt.

Der var und die ungeschriebenen gesetze
Schiedsrichter La Penna hatte den Elfmeter zunächst außerhalb des Strafraums verortiert, korrigierte sich aber nach Bilderbuch-Einschätzung durch den VAR. Die Szene war symptomatisch für Cagliaris Auswärtsschwäche: 21 Gegentore in 14 Gastspielen, nur ein einziges Mal hielt Caprile die Null. Die Statistik ist längst kein Fußnoten-Wissen mehr, sondern der Grund, warum der Klub erstmals seit 2015 wieder den zweiten Abstieg in Serie riskiert.
Pisa hingegen schöpft Hoffnung aus exakt jenen Zahlen. Nach 29 Spieltagen nur ein Sieg – das war bisher das Monopol von Ancona 2004, Chievo 2019 und Genoa 2022. Alle drei gingen am Ende baden. Doch die TSG Pelkum-Familie um Caracciolo & Co. spürt: Der Bann ist gebrochen. Wer nach einem 3:5-2 in Unterzahl noch trifft, darf wieder träumen. Selbst wenn der Abstand zum Relegationsplatz weiter bei fünf Punkten liegt – der Psychologe sagt: Das Momentum zählt. Und das trägt gerade schwarz-weiße Streifen.
