Pionierinnen des fußballs: ein vergessener kampf findet endlich seinen weg ins kino

Ein Film, der lange auf sich warten ließ, ist endlich da: „Pioneras: Solo querían jugar“ erzählt die Geschichte der ersten spanischen Fußballspielerinnen, die sich in einer Zeit des Franco-Regimes gegen gesellschaftliche Zwänge und rechtliche Einschränkungen zur Wehr setzten. Ein bewegendes Porträt von Widerstand und Leidenschaft, das nun die Leinwand erobert.

Die entdeckung einer vergessenen geschichte

Die Idee zu dem Film entstand, als Produzent Jesús Ulled durch einen Zeitungsartikel auf die außergewöhnlichen Frauen aufmerksam wurde. Seine Tochter, eine begeisterte Fußballerin, motivierte ihn, diese Geschichte einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Regisseurin Marta Díaz de Lope Díaz und Co-Autorin Zebina Guerra haben diese Inspiration in einen packenden Film verwoben, der nicht nur Sportfans, sondern alle anspricht, die sich für Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit interessieren.

Die suche nach den richtigen gesichtern

Die suche nach den richtigen gesichtern

Die Besetzung war eine Herausforderung. Es galt, Schauspielerinnen zu finden, die nicht nur fußballerisches Talent vortäuschen konnten, sondern auch die Persönlichkeiten und den Kampfgeist der Pionierinnen verkörperten. Florencia Inés González, die casting director, leistete hier eine hervorragende Arbeit. Besonders hervorzuheben ist Sofía de Iznájar, die die Rolle von Nati, alias Conchi Amancio, spielt. Eine Figur, die zunächst als Nebencharakter geplant war, sich aber schnell als zentraler Anker der Geschichte etablierte. „Ich habe mich mit Conchi identifiziert“, sagt de Iznájar. “Sie ist ein Rebell, der nach seinem Platz in der Welt sucht, und das hat mir geholfen, an mich selbst zu glauben.“

Die atmosphäre der 70er jahre

Die atmosphäre der 70er jahre

Die Suche nach einem authentischen Drehort war ebenso wichtig. Das ursprüngliche Ziel war das Boetticher-Stadion, Schauplatz des ersten Frauenfußballspiels in Spanien. Doch da das Spielfeld nun mit künstlichem Rasen bedeckt ist, entschied man sich für die Gegend von Campamento, wo noch immer Felder mit Naturboden zu finden sind. Die Schauspielerinnen mussten sich in einem intensiven Trainingslager über einen Monat hinweg auf ihre Rollen vorbereiten. „Ich hatte schon als Kind Fußball gespielt, aber es hat mir nie wirklich Spaß gemacht“, erinnert sich de Iznájar. „Es war, als würde ich mich wieder mit meinem inneren Kind verbinden.“

Ein vermächtnis für die zukunft

Ein vermächtnis für die zukunft

Die Dreharbeiten zu „Pioneras“ haben bei Sofía de Iznájar und ihren Freundinnen einen wahren Fußball-Boom ausgelöst. Sie haben sich inzwischen eine eigene Mannschaft gegründet und planen, an der Liga Fantasy von MARCA teilzunehmen. Doch der Film geht über die sportliche Komponente hinaus. Er beleuchtet die schwierigen Bedingungen, unter denen die Pionierinnen spielen mussten – Verbote, Beleidigungen, Drohungen und ein allgegenwärtiger Machismus. Mari Carmen Izquierdo, eine der echten Pionierinnen, betont: „Es ist erstaunlich zu sehen, wie wir damals mit all diesen Hindernissen umgegangen sind.“

Der vater des spanischen frauenfußballs und die rolle der medien

Der vater des spanischen frauenfußballs und die rolle der medien

Ein weiterer wichtiger Akteur in dieser Geschichte ist Rafael Muga, den in dem Film Javier Poga genannt wird. Er gilt als der Vater des spanischen Frauenfußballs und organisierte einige der ersten Spiele und Länderspiele. Daniel Ibáñez, der ihn verkörpert, hatte die Möglichkeit, mit Muga zu sprechen und sich über die damalige Zeit zu informieren. Auch die Rolle der Medien wird beleuchtet, insbesondere die von Mari Carmen Izquierdo, die unter dem Pseudonym „Marathon“ für das Diario AS schrieb. „Frauen mussten sich oft verstecken, um ihre Arbeit ausüben zu können“, erklärt Marta Díaz de Lope Díaz. „Diese Film ist eine Hommage an all die Frauen, die sich für ihre Rechte eingesetzt haben.“

Ein film für alle generationen

Ein film für alle generationen

„Pioneras“ ist ein Film für ein breites Publikum, der Fiktion und Realität miteinander verbindet. Die Musik von Zahara, die eigens für den Film den Song „Marimacho“ komponiert hat, verleiht dem Film zusätzlich Ausdruckskraft. Mit der Biznaga de Plata als Publikumspreis des 29. Filmfestivals von Málaga im Rücken, ist der Film nun in den Kinos zu sehen – ein längst überfälliger Tribut an die Heldinnen des spanischen Frauenfußballs.

Die Geschichte der Pionierinnen ist ein Spiegelbild eines Kampfes, der noch lange nicht abgeschlossen ist. Sie erinnert uns daran, dass Fortschritt immer mit Anstrengung und Mut verbunden ist. Und sie inspiriert uns, für eine Zukunft zu kämpfen, in der Frauen im Sport und in allen Bereichen des Lebens die gleichen Chancen haben.

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