Pidcock bricht katalonien-rennen ab: knie und handgelenk im visier der ärzte

Tom Pidcock ist raus. Der britische Cross-Country-Olympiasieger verlässt nach seinem Sturz auf der fünften Etappe die Volta a Catalunya – und mit ihm schwindet ein Stück Spektakel aus dem Peloton.

Sturz mit folgen: teamärzte stoppen weiterfahrt

Die Entscheidung fiel am Samstagmorgen im Ärztezelt. Lorenz Emmert, Chefmediziner von INEOS Grenadiers, zog die Reißleine: „Knochen- und Bandstrukturen in rechtem Knie und Handgelenk sind betroffen“, lautet sein Befund. Kein Bruch, aber auch kein leichtes Prellungsmärchen. Der 24-Jährige hatte sich nach dem Crash auf der Passage nach La Molina noch aufs Rad geschwingen, 25 km mit zuckendem Gesicht hinterhergefahren, um die Zeitlimite zu retten. Es half nichts.

Im Universitätsklinikum Girona bestätigten bildgebende Verfahren die erste Diagnose. Der Knorpel zeigt Mikroläsionen, das mediale Seitenband ist überdehnt. Kein Drama, aber ein Startverbot für die restlichen Bergetappen. Pidcock selbst kommentierte knapp: „Wir haben alles probiert, aber der Körper meldet sich mit Stop.“

Zeitplan? tabu. blick geht auf ardennen

Zeitplan? tabu. blick geht auf ardennen

Das Team verweigert Prognosen. Kein Wunder – bei Pidcocks Sturzverlauf kann eine Woche Heilung genauso gut zehn werden. Intern kursiert ein ungeschriebenes Ziel: Amstel Gold Race (21. April) soll noch drin sein, Liège-Bastogne-Liège (28. April) wird zum Härtetest. Vorher stehen zweimal MRT und ein Belastungslauf an, bevor das Coaching-Team überhaupt ein Trainingslager freigibt.

Die Verletzung wirft Schatten auf INEOS’ Frühjahrskonzept. Ohne Pidcock fehlt ein Joker für hügelige Klassiker, denn die Alternative Carlos Rodriguez laboriert selbst an einer Rippenprellung. Sportdirektor Zak Dempster atmet trotzdem durch: „Besser jetzt ein Auf und Ab als im Juli bei der Tour.“

Für Pidcock beginnt jetzt die Monotonie vom Ergometer und dem Antigravity-Laufband. Die ersten sieben Tage sind streng auf 120 Watt gedrosselt, danach darf das Knie 30 Grad Beugung vertragen. Wer ihm auf Instagram folgt, kann sich auf Videos mit Eisbeutel-Stimmung einstellen – aber aufgeben kommt nicht in seine Vokabel. „Ich komme zurück, stärker“, postierte er noch auf dem Klinikbett. Keine Phrase, sondern Programm: In zwei Wochen will er in den Pyrenäen Testfahrten machen. Bis dahin bleibt die Catalunya-Abreise nur ein Komma, kein Punkt.