Pick szeged tauscht smarason gegen 18-jähriges wunderkind eklemovic
Barcelona klopft, Szeged antwortet sofort. Kaum steht Janus Smarason mit dem Koffer in der Hand, präsentiert der ungarische Meister schon seinen neuen König: Marko Eklemovic, 18 Jahre alt, Nationaltorjäger und Sohn einer Pick-Legende.
Ein vater, ein sohn, ein verein – die rückkehr eines familienmythos
Nikola Eklemovic trug zwischen 1999 und 2004 das Szegeder Wappen auf der Brust, feierte Cupsiege und Champions-League-Nächte. Jetzt kehrt der Name zurück – nur eben mit „Marko“ statt „Nikola“ auf dem Rücken. Der Teenager unterschrieb sofort einen Vierjahresvertrag, bleibt aber bis Sommer 2026 ausgeliehen bei Györ, damit sich der Klub nicht zu früh versengt. Denn Szeged plant langfristig: Eklemovic soll nicht nur Smarason ersetzen, sondern irgendwann die Identifikationsfigur werden, die der Isländer in den vergangenen zwei Spielzeiten verkörperte.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Bei der U18-Europameisterschaft 2024 schoss der Linkshänder 58 Treffer – mehr als jeder andere Ungar – und holte Bronze. Ein halbes Jahr später lädt Nationalcoach Chema Rodríguez ihn erstmals ins A-Team ein. In der NB I erzielt Eklemovic im Schnitt 6,7 Tore pro Spiel, obwohl Györ mit 19.000 Einwohnern eigentlich ein Lehrgangsort ist, kein Topklub. „Ich spiele nicht wegen meines Vaters, sondern trotzdem“, sagt er, „aber das Trikot, das er trug, passt wie angegossen.“

Szegeds transferzirkus: ein schachzug mit leverage
Der Deal ist clever kalkuliert. Pick konnte Smarason für eine Ablöse ziehen lassen, die laut ungarischen Medien bei 400.000 Euro liegt – und spart sich damit ein Gehalt von geschätzten 600.000 Euro brutto pro Saison. Gleichzeitig sichert sich der Klub einen Spieler, dessen Marktwert laut Transfermarkt.de bereits bei 300.000 Euro liegt – Tendenz steil. Wenn Eklemovic 2026 endgültig an die Tisza zieht, dürfte er laut internen Berechnungen die 1.000-Tore-Marke in der Champions League knacken, sofern Szeged weiterhin Gruppenphase erreicht. Ein Szenario, das den Vorstand um Manager Zoltán Nagy schon jetzt schmunzeln lässt.
Die Fans reagierten euphorisch. Innerhalb von 24 Stunden verkaufte der Online-Shop 1.200 Trikots mit dem Namen „Eklemovic 23“, obwohl die Rückennummer noch gar nicht offiziell vergeben ist. Auf Instagram folgen dem Jungstar mittlerweile 87.000 User – mehr als allen Györ-Spielern zusammen. Die Botschaft ist klar: Szeged setzt nicht nur auf Spielstärke, sondern auf ein Gesicht, das TikTok und Twitch versteht.
Smarason selbst gratulierte via Twitter: „Alles Gute, Junge. Szeged wird dich lieben.“ Und vielleicht ist genau das der Plan: Aus Verlust ein Vermögen machen, aus Abschied Heimkehr wird, aus Vater und Sohn eine Dynastie. Wenn Eklemovic im Mai 2026 das erste Mal im Pick-Trikot aufläuft, wird Nikola in der VIP-Loge sitzen – und die Runde ist geschlossen. Dann zählt nur noch ein Satz: Der Sohn macht die Tore, der Vater die Geschichte.
