Phantomtor zwingt hagen und ferndorf zum dienstag-duell: zweitliga-krimi geht in die verlängerung

Dienstagabend, 21. April 2026, 19.30 Uhr: In der Ischelandhalle rollt der Ball erneut, weil ein Schiedsrichter vor acht Wochen einen Treffer ahnte, den es nie gab. Das DHB-Bundessportgericht bestätigte den Zählfehler, der TuS Ferndorf zunächst drei Punkte bescherte – und schickt nun beide Teams in einen Extratag, der niemandem passt.

Finn Schwarnweber war der Name, der durchs Handball-Land lief, nachdem seine Hereingabe zwar ins Tornetz zischte, aber nie die Torlinie passierte. Die Statistik wertete den „Treffer“ trotzdem aus, Eintracht Hagen protestierte, das Gericht stimmte zu. Die Folge: ein Wiederholungsspiel mitten in der engsten Phase des Aufstiegsrennens.

Zusatzbelastung mitten im play-off-sprint

„Uns ist bewusst, dass ein zusätzlicher Wochenspieltag eine spürbare Mehrbelastung darstellt“, sagt Alexander Finke, Geschäftsführer des TuS Ferndorf. Die Spieler hätten gerade in der heißen Phase nur 48 Stunden Regeneration statt des üblichen Wochenrhythmus. Doch der Kalender zeigt keine Lücke: Die Basketballer von Phoenix Hagen beanspruchen die Halle für ihre Play-off-Jagd, der Schulsport blockiert tagsüber. „Eine pragmatische Lösung“, nennt Finke das Dienstags-Duell – selbst wenn sie seinem Team eine weitere Busfahrt nach Hagen beschert.

Eintracht-Technikchef Thorsten Barteldrees bedankt sich bei „allen Beteiligten, die auf eine Nutzung der Halle verzichten“. Gemeint sind Hallenvermieter, Schulen und die Phoenix-Kollegen, die ihren Trainingsplan umschichten. Denn die Ischelandhalle ist ein Multisport-Domizil, in dem jeder Quadratmeter verhandelt wird. Die Ticketfrage steht noch offen: Wer die Einnahmen verwaltet, wie viele Plätze überhaupt frei sind – alles offen. „Sobald eine Entscheidung gefallen ist, kommunizieren wir diese“, heißt es lapidar auf der Vereinswebsite.

Live im stream – und hoffentlich mit echten toren

Live im stream – und hoffentlich mit echten toren

Rechteinhaber Dyn wird auch dieses Mal live dabei sein. Die Kameras sind bereit, die VAR-Technologie jedoch nicht: In der 2. Handball-Bundesliga entscheiden nach wie vor menschliche Augen. Genau diese Tatsache ließ den Fehler passieren. Die Partie wird ohne Videobeweis auskommen müssen, dafür aber mit erhöhter Aufmerksamkeit der Linienrichter.

Für beide Klubs steht mehr auf dem Spiel als nur zwei Zähler. Hagen schielt auf den Relegationsplatz, Ferndorf will die Play-off-Ränge halten. Die Fans haben knapp 36 Stunden Vorlauf, um Tickets und Dienstagabend freizubekommen. „Es wäre ein starkes Signal, wenn viele Ferndorfer mitreisen“, wirbt Finke. Die Frage ist: Wer macht am Dienstag das erste echte Tor – und wer kassiert den letzten Kopfschmerz?