Pflanzenbasierte ernährung senkt entzündungsmarker – schutz vor herzinfarkt?
Neue Forschungsergebnisse deuten auf einen überraschend einfachen Weg hin, das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall zu reduzieren: eine überwiegend pflanzliche Ernährung. Eine Analyse von sieben klinischen Studien liefert schlagkräftige Beweise dafür, dass bereits eine Umstellung der Essgewohnheiten einen spürbaren Effekt haben kann.

Was ist „inflammaging“ und warum ist es gefährlich?
Unser Körper durchläuft im Laufe des Lebens einen natürlichen Alterungsprozess, der oft mit einer chronischen, kaum spürbaren Entzündung einhergeht – das sogenannte „Inflammaging“. Im Gegensatz zu akuten Entzündungen, die beispielsweise bei einer Infektion auftreten und mit Fieber einhergehen, verläuft diese Entzündung schleichend und kann langfristig zu schweren Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetes und bestimmten Krebsarten führen. Die Proteine C-reaktives Protein (CRP) dient hier als wichtiger Indikator.
Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases“, untersuchte die Auswirkungen einer pflanzlichen Ernährung auf den CRP-Wert. Die Ergebnisse sind eindeutig: Menschen, die überwiegend pflanzlich ernährt wurden, wiesen signifikant niedrigere CRP-Werte auf als Vergleichsgruppen.
Konkret fanden die Forscher der Universität Warwick (UK) heraus, dass eine pflanzliche Ernährung den CRP-Wert um durchschnittlich 1,13 mg/L senkte. Für viele Menschen, die sich bereits im Risikobereich befinden, bedeutet dies einen Abstieg in den niedrig risikoreichen Bereich. Wird dieser Effekt noch durch regelmäßige körperliche Aktivität verstärkt, sinkt der CRP-Wert sogar um weitere 0,33 mg/L auf 1,46 mg/L.
Die Wissenschaftler vermuten, dass die positiven Effekte auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sind. Pflanzenbasierte Ernährung liefert reichlich Flavonoide und Carotinoide, die in früheren Studien bereits mit niedrigeren CRP-Werten in Verbindung gebracht wurden. Darüber hinaus reduziert eine pflanzliche Ernährung in der Regel den Konsum von gesättigten Fettsäuren, die bekanntermaßen den CRP-Wert erhöhen können. Es ist nicht nur die Abwesenheit von schädlichen Inhaltsstoffen, sondern auch die Fülle an schützenden Nährstoffen, die den Unterschied ausmachen.
Die Studie umfasste insgesamt 541 Teilnehmer, darunter viele mit bereits bestehenden Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, rheumatoider Arthritis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht. Die Vielfalt der untersuchten Ernährungsformen – von rein vegan bis hin zu „wholefood plant-based“ – unterstreicht die Robustheit der Ergebnisse.
Natürlich ist die Basis von 541 Teilnehmern relativ klein, und die Variabilität zwischen den einzelnen Studien ist gegeben. Dennoch ist die Botschaft klar: Eine pflanzliche Ernährung kann einen wirksamen Beitrag zur Reduzierung von Entzündungen und zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen leisten.
