Pesic wirft hin: „nach dieser saison reicht es nun wirklich“
76 Jahre, 43 Trainerjahre, ein Dutzend Titel – und jetzt Schluss. Svetislav Pesic hat seinem Herzschlagjob bei Bayern München die rote Karte gezeigt. „Ich sag’s ungern, aber diesmal ist es endgültig“, brach er’s in der „Zeit“-Interview-Bude auseinander. Der Serbe, der den deutschen Basketball 1993 zur EM-Krönung führte und 2014 mit den Bayern wieder obenauf stellte, wird nach Saisonende die Bank räumen.

Im hotelzimmer kam die erleuchtung
Es war ein Januarmorgen in irgendeinem EuroLeague-Stadionhotel. Pesic schaute aus dem Fenster, sah nichts als Parkplatz und fragte sich: „Was tust du hier, Alter?“ Die Antwort war ein Selbstgespräch, das sich wie ein Scheidungsgespräch anhörte: „Du wirst 77, willst du 90 werden und immer noch Kreise um die Schiris drehen?“ Seit diesem Tag war klar: Die nächste Spielzeit wird seine letzte sein. Der Klub liegt in der Bundesliga vorn, in der EuroLeague wird er die Play-offs verpassen, im Pokal lief es gegen Ludwigsburg daneben – nicht sein schönstes Blatt, aber auch egar keine Blamage. Entscheidend ist nur: Er geht, bevor ihn jemand gehen lässt.
Pesic kehrt nicht in die Wüste zurück, sondern nach Barcelona, wo seine Frau und die Enkel warten, und nach Pirot, seine serbische Heimat, wo das erste Basketballnetz noch aus Draht war. Kurse, Camps, Beraterposten – das Programm steht. Cheftrainer? Fehlanzeige. „Ich werde kein Rentner, aber auch kein Rennpferd mehr sein“, sagt er und lacht das schwere Lachen eines Mannes, der weiß, dass manche Tage einfach nur Tage sind – und nicht mehr Spieltag.
