Pérez greift medien an: „antimadridista-strömung will club zerstören!
Madrid – Real Madrid-Präsident Florentino Pérez hat in einer ungewöhnlich hitzigen Pressekonferenz die spanische Presse scharf attackiert und ihr eine gezielte Kampagne gegen den Verein und seine Führung vorwirmen. Die Anschuldigungen, verbunden mit persönlichen Angriffen auf einzelne Journalisten, sorgten für eine frostige Atmosphäre und ließen die Kontroverse um den spanischen Fußballriesen neu aufflammen.

Ein angriff auf die pressefreiheit?
Pérez wirft einigen Medien vor, eine „antimadridista-Strömung“ zu pflegen, die darauf abzielt, den Verein zu diskreditieren. „Ich muss meine Mitglieder verteidigen. Es gibt Leute, die wollen Real Madrid nicht mehr sehen“, erklärte er sichtlich aufgebracht. Der Präsident, der seit 26 Jahren im Amt ist, betonte, dass er den Verein zu einem der größten der Welt habe ausbauen können und sich nun gegen diese vermeintliche Kampagne wehren müsse.
Besonders ins Visier nahm Pérez die Zeitung ABC, die er der Manipulation durch ihren Eigentümer Vocento beschuldigte. Er behauptete, ABC habe eine digitale Zeitung namens „Relevo“ gegründet, um gezielt gegen Real Madrid zu schreiben und dabei Verluste in Höhe von 25 Millionen Euro zu verzeichnen. Seinen Angaben zufolge sei ABC nun bei Telefónica und Telecinco auf der Suche nach finanzieller Unterstützung, um diese Kampagne fortzusetzen. „Ihr einziger Zweck ist es, Madrid und seinen Präsidenten zu bekämpfen“, so Pérez.
„Ich werde morgen von ABC abbestellen“, verkündete er und begründete dies damit, dass er seinem verstorbenen Vater, der selbst Abonnent gewesen sei, damit einen Gefallen tue. Die Anschuldigungen richteten sich auch gegen Artikel, die Pérez als unqualifiziert und fußballfremd bezeichnete, insbesondere gegen Beiträge einer Autorin, deren Fußballkenntnisse er in Frage stellte.
Die Reaktion von Rubén Cañizares, einem Journalisten, der von Pérez' Angriffen betroffen war, ließ nicht lange auf sich warten. „Ich mache Journalismus, ich greife Madrid nicht an. Sie greifen meine Arbeit an“, entgegnete Cañizares. Er wies die Vorwürfe zurück und betonte seinen Einsatz für objektive Berichterstattung.
Weitere Journalisten, darunter David Sánchez de Castro, wurden ebenfalls namentlich genannt. Pérez warf ihnen vor, sie würden sich als „die Intellektuellen des Regimes“ sehen und über den Fußball hinwegzuinterpretieren. Er kritisierte zudem die Arbeitsmoral einiger Reporter und warf ihnen vor, sie würden „wie Bienchen“ arbeiten und sich in ihre Arbeit stürzen. Er erwähnte Namen wie Juanma Castaño (COPE) und Antonio Segurola (Onda Cero), denen er mangelnde Objektivität vorwarf.
Die Pressekonferenz, die sich zunehmend außer Kontrolle geriet, offenbarte eine tiefe Kluft zwischen dem Verein und einigen Medienvertretern. Es bleibt abzuwarten, welche langfristigen Auswirkungen diese öffentlichen Auseinandersetzungen auf das Ansehen von Real Madrid und die Beziehungen zu den Medien haben werden.
Die Wortwahl von Pérez, geprägt von Bitterkeit und persönlicher Anfeindung, wirft Fragen nach der Angemessenheit solcher öffentlichen Angriffe auf die Presse auf. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Situation beruhigt und ein konstruktiver Dialog zwischen Verein und Medien wieder möglich wird. Die jüngsten Ereignisse zeigen jedoch, dass die Beziehungen zwischen Real Madrid und einigen Medienvertretern auf einem angespannten Niveau stehen.
